Eltern fragen sich immer häufiger, welche Fähigkeiten für ihre Kinder in einer Welt entscheidend sein werden, in der künstliche Intelligenz Aufgaben übernimmt, die früher eine langjährige Ausbildung erforderten. Die Kinderchirurgin Dr. Dana Suskind ist der Ansicht, dass die Antwort nicht in einer möglichst guten Nutzung der Technologie liegt.
"Wenn ich heute ein Kind erziehen würde, würde ich ihm nicht beibringen, der beste Nutzer künstlicher Intelligenz zu sein", sagte sie gegenüber CNBC.
Frustration lehrt Kinder Ausdauer und Selbstständigkeit
Laut Dr. Suskind ist es für Kinder, die im Zeitalter der KI aufwachsen, besonders wichtig, eine Toleranz gegenüber Frustration zu entwickeln, also die Fähigkeit, weiterzumachen, wenn etwas nicht sofort klappt. Eltern wollen oft jedes Hindernis aus dem Weg räumen, aber sie glaubt, dass genau solche Erfahrungen die Entwicklung fördern.
"Fortschritt geschieht selten innerhalb der Komfortzone", so die Kinderchirurgin.
Durch das Lösen kleinerer Herausforderungen mit Unterstützung von Erwachsenen erlangen Kinder Ausdauer und verstehen, dass sie nicht aufgeben sollten, wenn sie auf Hindernisse stoßen. Dabei sollte der Elternteil nicht sofort das Problem anstelle des Kindes lösen.
"Die Aufgabe der Eltern ist es nicht, die Aufgabe zu übernehmen", betont Dr. Suskind.
Misserfolge sind der Schlüssel zu Innovation und kritischem Denken
Frustration fördert auch Kreativität und eigenständiges Problemlösen, während vorgefertigte Lösungen Kindern einen wichtigen Teil des Lernprozesses vorenthalten können. Dr. Suskind betont, dass ohne wiederholte Misserfolge weder Innovation noch kritisches Denken möglich sind, ohne sich mit Unsicherheit auseinanderzusetzen.
"Man kann nicht innovieren ohne wiederholte Misserfolge, noch kritisch denken, ohne sich der Unsicherheit zu stellen", betont Dr. Suskind.
Deshalb ermutigt sie Eltern, ihren Kindern zu erlauben, Fehler zu machen und es erneut zu versuchen. Kinder lernen auch durch Beziehungen zu Eltern, Lehrern und Gleichaltrigen, mit Frustration umzugehen, was zur Entwicklung von Selbstregulation, Resilienz und Empathie beiträgt.
"Ich würde ihm helfen, eine anpassungsfähige Person zu werden, die vor Schwierigkeiten nicht aufgibt und aus Misserfolgen lernt, um weiter voranzukommen, auch wenn die Lösung nicht sofort sichtbar ist", schließt Dr. Suskind.