Die Donau gibt in Budapest den Flussgrund frei
Rekordniedrige Wasserstände infolge anhaltender Dürre legen Teile der Ufer und Brücken in der ungarischen Hauptstadt frei, der Betrieb des Kernkraftwerks Paks wurde auf ein Minimum reduziert.
Rekordniedrige Wasserstände infolge anhaltender Dürre legen Teile der Ufer und Brücken in der ungarischen Hauptstadt frei, der Betrieb des Kernkraftwerks Paks wurde auf ein Minimum reduziert.
Luftaufnahmen über Budapest zeigen einen fast unwirklichen Anblick. An Stellen, an denen vor knapp zwei Jahren die angeschwollene Donau Straßen überflutete und Uferpromenaden bedeckte, sind nun große Sandbänke und Teile von Brückenpfeilern zum Vorschein gekommen, die jahrzehntelang unter Wasser verborgen waren. Die dramatische Veränderung ist die Folge einer lang anhaltenden Hitzewelle und Dürre, die in den letzten Wochen weite Teile Europas heimgesucht haben und den Wasserstand der Donau auf Rekordtiefstände sinken ließen.
Der niedrige Wasserstand verursachte ernsthafte Probleme bei der Stromerzeugung in Ungarn. Das Kernkraftwerk Paks, das zur Kühlung Wasser aus der Donau nutzt und normalerweise fast die Hälfte des Stroms des Landes produziert, war gezwungen, seinen Betrieb erheblich einzuschränken. Zu einem Zeitpunkt arbeitete die Anlage mit nur 10 Prozent ihrer Kapazität, wobei von insgesamt acht Turbinen nur noch eine in Betrieb war.
Erleichterung kam am Montag, dem 10. August 2026, als Ungarn begann, eine der Turbinen wieder hochzufahren, nachdem der Wasserstand der Donau zu steigen begann. Dennoch bleibt das Energiesystem des Landes unter Druck.
Die Szenen an den Ufern der Donau an der Margaretenbrücke in Budapest verdeutlichen das Ausmaß der Krise zusätzlich. Die lokale Bevölkerung nutzt die neu entstandenen Sandbänke als Ersatz für einen Strand. Doch die Stimmung ist weit entfernt von sommerlicher Idylle.
"Jedes Jahr wird die Situation schlimmer",zitiert El País Worte, die die wachsende Besorgnis über die immer deutlicher werdenden Folgen des Klimawandels widerspiegeln.
Die diesjährigen Dürren haben in ganz Europa schwerwiegende Folgen verursacht, insbesondere bei der Stromerzeugung, im Flusstransport und in den öffentlichen Gesundheitssystemen. Die wirtschaftlichen Folgen extremer Wetterbedingungen werden bereits auf Hunderte Milliarden Euro geschätzt. Die Situation in Ungarn ist nur eines der alarmierenden Beispiele dafür, wie Klimaextreme kritische Infrastruktur und den Alltag direkt bedrohen.