Die Europäische Union hat beschlossen, Kolumbien zwei Millionen Euro Soforthilfe zu senden, nachdem das Land zu Beginn der Woche von einem verheerenden Erdbeben der Stärke 7,4 heimgesucht wurde. Diese Nachricht wurde von der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, bestätigt, die betonte, dass die EU mit allen verfügbaren Mitteln hilft, solange die Such- und Rettungsarbeiten andauern. Es ist anzumerken, dass sich die Quellen hinsichtlich des genauen Tages des Erdbebens unterscheiden: Während Index.hr angibt, dass es am Sonntag geschah, präzisiert die kolumbianische Tageszeitung El Tiempo, dass es am Montag, dem 10. August 2026, war.
Das Erdbeben, das stärkste, das je in diesem südamerikanischen Land registriert wurde, hatte sein Epizentrum in der Ortschaft San José del Palmar im Departamento Chocó. Nach Angaben des kolumbianischen Geologischen Dienstes (Servicio Geológico Colombiano) bebte die Erde um 7:34 Uhr Ortszeit und verursachte Chaos und massive Zerstörung in mehreren Städten.
Ausmaß der Katastrophe: Zehntausende Betroffene
Zwei Tage nach der Katastrophe steigen die Opferzahlen weiter an, und die Daten aus verschiedenen Quellen unterscheiden sich. Laut Index.hr sind mindestens 216 Menschen ums Leben gekommen, während die kolumbianische Tageszeitung El Tiempo unter Berufung auf die offizielle Regierungsbilanz von 181 Toten und sogar 2.595 Verletzten berichtet. Die am schwersten betroffenen Städte sind Cali, Pereira, Manizales, Quibdo und Armenia.
Der kolumbianische Präsident Abelardo De La Espriella gab am Dienstag, dem 11. August, auf einer Pressekonferenz in Pereira detaillierte Informationen über die materiellen Schäden bekannt. Nach seinen Worten hat das Erdbeben 48 Gebäude zum Einsturz gebracht und 8.357 Häuser, 807 Bildungseinrichtungen, 85 Gesundheitseinrichtungen, 74 Straßen, 377 Gemeindezentren, 16 Wasserversorgungssysteme und einen Flughafen beschädigt. Allein in Pereira kamen 79 Menschen ums Leben, 278 wurden verletzt und 37 werden vermisst.
Hilfe aus Europa und Maßnahmen der kolumbianischen Regierung
"Solange die Such- und Rettungsarbeiten andauern, hilft die EU Kolumbien mit allen verfügbaren Mitteln", sagte Ursula von der Leyen am Dienstag, wie Euronews berichtet. Kolumbien hat die Hilfe über den EU-Katastrophenschutzmechanismus angefordert, der die Unterstützung aller 27 Mitgliedstaaten koordiniert. Neben der finanziellen Spritze hat die Europäische Union auch ihr Satellitensystem Copernicus aktiviert, um durch Kartierung des Geländes den Rettungsteams vor Ort zu helfen. Auch die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, drückte ihre Solidarität aus und betonte, dass Europa an der Seite des kolumbianischen Volkes stehe.
Gleichzeitig ergreifen die kolumbianischen Behörden Maßnahmen, um die Folgen zu mildern. Präsident De La Espriella kündigte konkrete wirtschaftliche Hilfe für die Bewohner des Departamentos Risaralda an, wo das schwer getroffene Pereira liegt. "Ich habe angeordnet, eine wirtschaftliche Erleichterung auszurufen und für drei Monate wirtschaftliche Hilfe zu gewähren. Dies ist eine Atempause in dieser Tragödie. Alle öffentlichen Dienste für die Risaraldenses werden drei Monate lang kostenlos sein", erklärte er.
Die First Lady von Kolumbien, Ana Lucía Pineda, erklärte, dass sie seit Montag, dem 10. August, alle Arten von Hilfe für die Versorgung mit Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten koordinieren. Über soziale Netzwerke wurden mehr als 30 Sammelstellen für Spenden eingerichtet. "Dort nehmen wir Matratzen, Bettwäsche und Medikamente entgegen. Wir haben veröffentlicht, was das Rote Kreuz Kolumbiens (Cruz Roja Colombiana) benötigt, dem wir danken", sagte Pineda.