Während in Europa in diesem Jahr mehr als 16.000 zusätzliche Todesfälle im Zusammenhang mit extremer Hitze verzeichnet wurden, fordert der EU-Ausschuss für Gesundheitssicherheit eine grundlegende Änderung der Strategie im Umgang mit Hitzewellen. Es ist klar, dass Europa, das sich schneller erwärmt als jeder andere Kontinent, nicht angemessen vorbereitet ist.
In der am 30. Juli 2026 angenommenen Stellungnahme, die von Euronews übermittelt und von DalmacijaDanas und N1 HR berichtet wird, heißt es, dass die öffentlichen Gesundheitssysteme in vielen Mitgliedstaaten weiterhin "unzureichend vorbereitet" sind, um mit langen Perioden extremer Hitze umzugehen. Der Ausschuss betont, dass die Bewältigung der wachsenden Bedrohung einen "sektorübergreifenden Ansatz erfordert, der die gesamte Regierung und die gesamte Gesellschaft einbezieht", kombiniert mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen.
Die Folgen gehen weit über einen Hitzschlag hinaus
Die gesundheitlichen Folgen gehen weit über einen Hitzschlag hinaus. Lange Perioden hoher Temperaturen führen zu einer höheren Sterblichkeit, verschlimmern chronische Krankheiten und belasten die Gesundheitssysteme zusätzlich. Darüber hinaus wirken sie sich auf die Gesundheit von Flora und Fauna aus, was indirekt die menschliche Existenz und das psychische Wohlbefinden beeinträchtigt.
Extreme Hitze erhöht auch die Wahrscheinlichkeit von Waldbränden, was die öffentliche Gesundheit durch schlechtere Luftqualität, Schäden an kritischer Infrastruktur und Umweltschäden weiter beeinträchtigt. Die am stärksten gefährdeten Gruppen sind ältere Menschen, Kinder, Schwangere, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Außenarbeiter und andere empfindliche Bevölkerungsgruppen.
Konkrete Empfehlungen für die Mitgliedstaaten
Der Ausschuss fordert die Mitgliedstaaten auf, die Koordination zwischen staatlichen Stellen und öffentlichen Einrichtungen zu verbessern und eine regelmäßige Aktualisierung der Aktionspläne für die Gesundheit während Hitzewellen sicherzustellen. Die Pläne sollten gemeinsam von Experten des öffentlichen Gesundheitswesens und des Katastrophenschutzes erstellt werden. Zudem wird eine verbesserte Informationsweitergabe über das EU-Frühwarn- und Reaktionssystem gefordert.
In der Stellungnahme wird die Notwendigkeit zusätzlicher Schulungen für Gesundheitspersonal betont, um hitzebedingte Erkrankungen besser erkennen und behandeln zu können. Empfohlen wird auch eine bessere öffentliche Kommunikation durch mehrsprachige Anleitungen für Touristen, Saisonarbeiter, Grenzgänger und Personen im Verkehr. Der Ausschuss fordert außerdem die Behebung von Datenlücken und die Stärkung des wissenschaftlichen Verständnisses der gesundheitlichen Auswirkungen von Hitzewellen durch das Europäische Klima- und Gesundheitsobservatorium.
Neuer Rahmen bis Ende des Jahres
Diese Empfehlungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Europäische Kommission den Europäischen Integrierten Rahmen für Klimaresilienz vorbereitet, der bis Ende 2026 vorgestellt werden soll. Es wird erwartet, dass dieser Rahmen die EU-Bereitschaft für Klimarisiken, einschließlich extremer Hitze, weiter stärken wird. Obwohl in den Quellen Kroatien nicht direkt erwähnt wird, werden sich die Empfehlungen des Ausschusses und der künftige Rahmen direkt auf kroatische Institutionen und das Gesundheitssystem als Teil der gemeinsamen europäischen Strategie auswirken.