Die Europäische Zentralbank (EZB) bereitet das erste vollständige visuelle Redesign der Euro-Banknoten seit ihrer Einführung im Jahr 2002 vor. Die neuen Designvorschläge, die im Juli 2026 veröffentlicht wurden, bringen erkennbare Darstellungen anstelle der bisherigen abstrakten Motive, robustere Sicherheitsmerkmale und ein Design, das den Bürgern näher sein soll. Dies ist das erste Mal, dass die EZB eine so sichtbare Linie des Bruchs in den Geldbörsen der Europäer zieht.
Wie Doris Schneeberger, Direktorin der Banknotenabteilung der EZB, gegenüber Euronews erklärte: "Das erste vollständige visuelle Redesign der Euro-Banknoten ist im Gange, mit neuen Themen, Motiven und Designs, mit dem Ziel, die zukünftigen Banknoten den Europäern noch näher zu bringen."
Zwei Themen: Kultur oder Natur
Unter den Finalisten-Vorschlägen stachen zwei Hauptthemen hervor. Das erste schlägt vor, Personen darzustellen, die die Geschichte der Kunst, Musik, Wissenschaft und Literatur geprägt haben. Das zweite stützt sich auf Flüsse und Vögel, also auf den Reichtum der Natur.
Schneeberger erklärte, dass die bisherigen Euro-Banknoten abstrakte Denkmäler zeigten, die eigentlich nicht existieren. "Mit den Designvorschlägen haben wir nun die Möglichkeit, die Banknoten näher zu bringen, indem wir echte Menschen, echte Vögel und echte Gebäude darstellen", sagte sie.
Laut EZB können alle Vorschläge von den Bürgern auf den offiziellen Seiten eingesehen werden, und das Ziel ist es, die Banknoten den europäischen Bürgern näher zu bringen.
Öffentliche Umfrage und Frist bis 2029
Die EZB hat eine öffentliche Umfrage gestartet, damit die Bürger die endgültige Option wählen können. Schneeberger sagte gegenüber Euronews, dass die Umfrage bereits Antworten von "Millionen von Europäern" angezogen habe. Der Gewinner wird im Dezember 2026 bekannt gegeben.
Die Einführung der neuen Banknoten in den Umlauf wird mehrere Jahre dauern. Eine Quelle aus dem Bankensektor sagte gegenüber Euronews, dass die neuen Banknoten erst 2029 eingeführt werden könnten.
Reaktion auf Gerüchte über die Abschaffung des Bargelds
In einer Zeit, in der Zahlungen zunehmend bargeldlos werden, möchte die EZB die Rolle der Banknoten als wichtigste Form des "öffentlichen Geldes", das den Bürgern zur Verfügung steht, stärken. Parallel zur Einführung des digitalen Euro, der möglicherweise ab 2029 verfügbar sein könnte, möchte die Bank falsche Behauptungen über das Verschwinden des Bargelds widerlegen.
"Niemand würde ein Haus renovieren, das für den Abriss in naher Zukunft geplant ist", sagte Schneeberger und zog einen Vergleich mit dem neuen Banknotendesign.
Sie fügte hinzu: "Wir sind entschlossen, sicherzustellen, dass die Zahlung mit öffentlichem Geld immer eine Option ist, sei es mit Bargeld oder mit dem digitalen Euro. Der digitale Euro würde das Bargeld ergänzen, nicht ersetzen. Alle Europäer werden weiterhin die Freiheit haben, zu wählen, wie sie bezahlen, sei es mit Bargeld, digitalem Euro oder anderen Zahlungsmitteln."
Der digitale Euro stellt eine neue elektronische Form des öffentlichen Geldes dar, die möglicherweise ab 2029 verfügbar sein könnte, und die EZB betont, dass er das Bargeld ergänzen soll.
Bisheriges Design nur einmal geändert
Die Euro-Banknoten haben sich seit der Geburt der Währung nur einmal verändert, und das Gesamtdesign blieb weitgehend gleich. "Seit der ersten Ausgabe im Jahr 2002 war das Thema der Euro-Banknoten 'Zeitalter und Stile', symbolisiert durch Fenster, Türen und Brücken. Obwohl sie mit der Europa-Serie, die erstmals von 2013 bis 2019 ausgegeben wurde, ein aufgefrischtes Design erhielten, blieb der gesamte visuelle Ansatz ähnlich", erklärte Schneeberger.