Vom 20. bis 30. August 2026 wird Zagreb zum neunten Mal zur Bühne des Festivals Okolo, das das Stadtzentrum in eine offene Galerie zeitgenössischer Kunst verwandelt. An sieben Orten, von den Plätzen des Grünen Hufeisens bis zum Eingang des Tunnels Grič, laden neue, für konkrete Räume geschaffene künstlerische Interventionen Passanten dazu ein, innezuhalten und Zagreb jenseits seines funktionalen Alltags zu erleben.
Die diesjährige Ausgabe geht von der Frage aus, was eine Stadt zur Stadt macht, sind es Straßen, Plätze und Fassaden oder Menschen, Begegnungen und alltägliche Gewohnheiten. In zwei thematischen Programmen, Stadt als emotionales Netz und Schichten der Erinnerung, erkundet das Festival die unsichtbare, emotionale Dimension des urbanen Raums.
Stadt als Raum persönlicher Geschichten
Das Programm Stadt als emotionales Netz, kuratiert von Tena Bakšaj, vereint sechs Künstlerinnen und Künstler, die durch Installationen, textile Arbeiten und partizipative Prozesse unterschiedliche Perspektiven auf Zagreb eröffnen. Ana Kovačić hinterfragt, wie persönliche Erinnerungen und der Alltag die Wahrnehmung der Stadt und das Gefühl der Zugehörigkeit beeinflussen, während Apolonija Lučić den öffentlichen Raum vorübergehend in einen Ort der Nähe, Zärtlichkeit und Erholung verwandelt.
Alba Miočev und Josipa Tadić regen mit einer interaktiven Installation die Besucher dazu an, sich aktiv in den umgebenden Raum einzubringen. Ana Ratković Sobota verwandelt mit einem Wandteppich aus weggeworfenen Plastiktüten alltäglichen Abfall in ein Kunstwerk und stellt Fragen zu Konsum, Umwelt und dem Wert von Materialien. Lav Paripović besucht sein Wandbild am Eingang des Tunnels Grič erneut und bereichert es mit einer neuen Farbschicht, die Zeichen des Zeitverlaufs und der Veränderungen in der Stadt trägt.
Fotografie als Medium der Erinnerung
Der fotografische Teil Schichten der Erinnerung, konzipiert von Ana Mikin, denkt im Dialog zwischen fotografischem Erbe und zeitgenössischem Blick über Zagreb als ein veränderliches Feld visueller und emotionaler Erinnerung nach. Inspiriert von den Werken von Marija Braut, Tošo Dabac, Šime Radovčić und Slavka Pavić untersuchen die Arbeiten von Inia Herenčić und Sanja Bistričić Srića, wie Bilder aus verschiedenen Epochen weiterhin unsere Wahrnehmung des Raums beeinflussen.
Das Festival Okolo beweist zum neunten Mal in Folge, dass zeitgenössische Kunst nicht auf Galerien und Museen beschränkt ist. Indem es Werke im öffentlichen Raum platziert, fördert das Festival den Dialog zwischen Kunst und Gemeinschaft, ermöglicht eine neue Sicht auf bekannte städtische Orte und macht den Spaziergang durch die Stadt zu einem wesentlichen Teil des Festivalerlebnisses.