Das Bezirksgericht in Zagreb hat einen 25-jährigen Physiotherapeuten aus Zentralkroatien rechtskräftig zu neun Jahren Haft verurteilt, wegen vier schwerer Straftaten zum Nachteil eines damals 17-jährigen Mädchens. Es handelt sich um Vergewaltigung, schwere Körperverletzung, Todesdrohungen und Verletzung der Kinderrechte, alle Taten stammen aus dem Jahr 2024, als der Verurteilte zwei Jahre jünger war.
Der Physiotherapeut befindet sich seit fast zwei Jahren hinter Gittern, und diese Zeit wird auf die endgültige Strafe angerechnet. In die neun Jahre Haft hat das Gericht auch eine widerrufene Bewährungsstrafe von neun Monaten eingerechnet, die wegen Drohungen verhängt worden war. Neben der Haftstrafe wurde ihm eine Sicherungsmaßnahme von zwei Jahren psychosozialer Behandlung sowie ein Annäherungsverbot von 100 Metern an das Opfer und ein Kontaktverbot für volle vier Jahre nach Verbüßung der Haftstrafe auferlegt. Der Angeklagte bestreitet von Anfang an seine Schuld und verneint alle Vorwürfe.
Monatelanger Missbrauch und Zwang zu Drogen
Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Zagreb hat der junge Mann während einer mehrmonatigen Beziehung die Minderjährige psychisch und physisch missbraucht. Er zwang sie zu sexuellen Handlungen, die sie nicht wollte, war grob zu ihr und vergewaltigte sie. Neben Ohrfeigen und Schlägen drohte er ihr auch, er werde "ihre Familie mit einer Pistole erschießen", wenn sie ihn bei der Polizei anzeige.
Der Missbrauch umfasste Erniedrigung, Beleidigungen, Treten auf die Zehen, Würgen am Hals und Einschränkung des Umgangs mit Freunden. Er wartete vor der Schule auf sie, überwachte ihr Handy und zwang sie, ihm über jeden Schritt zu berichten. Er zwang sie zum Konsum von Kokain und Marihuana und dazu, ihm Geld für den Drogenkauf zu geben. Bei einer Gelegenheit fügte er der Minderjährigen eine schwere Körperverletzung zu und schnitt sich dann in den Arm, um ihr Mitleid zu erregen. Das Mädchen begann schließlich, sich selbst zu verletzen und dachte an Selbstmord.
Nachbarin in Brunnen geworfen: "Du lebst noch, du lebst noch!"
In einem völlig separaten Fall wurde am selben Tag auch die nicht rechtskräftige Entscheidung für Adem M. (46) aus Lonjica bei Vrbovec veröffentlicht. Er warf am 22. Oktober 2025 seine 68-jährige Nachbarin in einen etwa sechs Meter tiefen Brunnen und warf ihr dann verschiedene Gegenstände auf den Kopf und verschloss den Brunnen mit Brettern. Wegen Schuldunfähigkeit zum Zeitpunkt der Tat wurde er statt ins Gefängnis zu einer sechsmonatigen psychiatrischen Behandlung in einem Krankenhaus eingewiesen.
"Ich kam auf den Hof, um den Hund rauszulassen. Aber Adem kam plötzlich von hinten, packte mich und warf mich in den Brunnen. Und dann warf er mir noch einen eisernen Gegenstand auf den Kopf, ich glaube einen Hammer, und auch Ziegelsteine", erzählte das Opfer vor Gericht. Sie fügte hinzu, dass Adem M. dabei zu ihr sagte: "Du lebst noch, du lebst noch!"
Die Frau erlitt Hämatome und eine Platzwunde am Kopf, aber glücklicherweise brach sie sich nichts. Die Wassertiefe im Brunnen betrug 142 Zentimeter. "Er gab mir eine Latte, an der ich mich festhalten konnte, aber er konnte mich nicht alleine herausziehen, also kam ein anderer Nachbar zur Hilfe", sagte das Opfer.
Nachbar hörte das Jammern und rettete die Frau
Der Nachbar, der sie zuerst bemerkte, erzählte, dass er an diesem Tag zum Brunnen ging, der an der Grenze ihrer Höfe liegt, um Wasser zu holen. "Auf dem Nachbarhof sah ich Adem auf einem Stuhl und hörte das Jammern einer Frauenstimme aus dem Brunnen. Die Nachbarin im Brunnen sagte zu mir: 'Hilf mir, Adem hat mich in den Brunnen geworfen.'", erzählte er. Nachdem er erkannte, dass er sie nicht alleine herausziehen konnte, holte er Hilfe bei einem Nachbarn, bei dem sich auch der Bruder des Angeklagten befand, die ihm halfen, die Frau herauszuziehen.
Während sie sie retteten, saß Adem M. etwa zehn Meter entfernt an einem Holztisch und schwieg, dann entfernte er sich in unbekannte Richtung. Das Opfer betonte, dass sie mit dem Angeklagten nicht verfeindet war. "Ich habe ihm sogar erlaubt, bei mir in der Scheune zu übernachten", sagte sie.
"Es stimmt, dass ich den Nachbarn in den Brunnen geworfen habe. Ich möchte ins Krankenhaus gehen und mich behandeln lassen. Ich schwöre, dass ich so etwas nie wieder tun werde. Nie wieder. Es tut mir leid. Ich werde mich auch nicht verteidigen, wenn mich jemand angreift", sagte Adem M. im Gerichtssaal.
Laut ergänzendem psychiatrischem Gutachten konnte Adem M. zum Zeitpunkt der Tat die Bedeutung seines Handelns nicht erkennen und seinen Willen nicht beherrschen. Der Angeklagte überlebte in seiner frühen Jugend zwei Verkehrsunfälle, deren Folgen unter anderem schwere Hirnschäden sind.