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Ford und Geely bauen gemeinsam einen elektrischen Crossover in Spanien

Amerikanische und chinesische Hersteller gründen ein Joint Venture in Valencia, um sich gegen billige chinesische Importe zu behaupten. Geplant sind auch ein neuer Bronco und zwei elektrische SUVs von Geely.

Foto: Wikipedia (Geely)
Kurz gesagt
  • Ford und der chinesische Hersteller Geely gründen ein Joint Venture in Valencia, Spanien, an dem Ford 66 % und Geely 34 % der Anteile hält.
  • Ab 2028 sollen im Werk ein neuer elektrischer Crossover von Ford, ein neuer Bronco und zwei elektrische SUVs von Geely produziert werden.
  • Ziel der Partnerschaft ist die Kostensenkung und der Wettbewerb mit günstigen chinesischen Importen; Geely vermeidet dabei den EU-Zoll von 18,8 % auf chinesische EVs.
  • Das Werk könnte eine Kapazität von 500.000 Fahrzeugen pro Jahr erreichen, während der Ford Kuga in der Zwischenzeit weiterproduziert wird.

Ford und der chinesische Automobilhersteller Geely haben am 22. Juli 2026 offiziell ein Joint Venture zur Produktion neuer Energiefahrzeuge in Fords Werk in Valencia, Spanien, angekündigt. Die Partnerschaft wurde Wochen bestätigt, nachdem das spanische Medium La Tribuna de Automoción im Mai 2026 berichtet hatte, dass die beiden Unternehmen in "sehr fortgeschrittenen" Verhandlungen über eine Zusammenarbeit stünden. Ford wird im neuen Joint Venture einen Anteil von 66 % halten, während Geely die restlichen 34 % besitzen wird, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung der zuständigen Behörden.

Werk in Valencia als Zentrum europäischer Ambitionen

Das Werk in Valencia läuft derzeit unter Vollauslastung, und das Joint Venture plant, diesen Raum für eine potenzielle Produktion von rund 500.000 Fahrzeugen pro Jahr zu nutzen. Ford und Geely beabsichtigen, durch das gemeinsame Produktionsvolumen "die Kosten jedes dort gebauten Fahrzeugs zu senken", so eine Unternehmensmitteilung. Ziel ist es, der zunehmenden Flut günstigerer Elektrofahrzeuge (BEV) chinesischer Hersteller wie BYD und MG auf dem europäischen Markt direkt entgegenzutreten.

Was genau wird in Valencia gebaut?

Nach den Ankündigungen sollen im Werk mehrere neue Modelle produziert werden. Ford plant einen neuen Multi-Energy-Elektro-Crossover, der die GEA-Plattform (Global Intelligent Electric Architecture) von Geely nutzen soll, mit erwarteten BEV- und PHEV-Varianten (Plug-in-Hybrid), dessen Markteinführung für 2028 geplant ist. Neben dem Crossover wird Ford in Valencia auch einen neuen Bronco bauen, der als "robust, kompakt, abenteuerbereit" beschrieben wird und in mehreren Antriebsvarianten, einschließlich einer PHEV-Version, erhältlich sein wird. Geely wiederum plant, zwei neue elektrische SUVs zu produzieren, von denen einer voraussichtlich der E2 sein wird, eine überarbeitete Version des Modells EX2, das 2025 das meistverkaufte Elektroauto in China war. In der Zwischenzeit läuft die Produktion des Ford Kuga, einem der meistverkauften Plug-in-Hybride in Europa, im Werk ohne Unterbrechung weiter.

Zeitplan und Technologieaustausch

Wenn die behördlichen Genehmigungen rechtzeitig eingeholt werden, planen Ford und Geely, die Produktion in der ersten Hälfte des Jahres 2027 aufzunehmen, und die ersten Fahrzeuge sollen 2028 vom Band laufen. Neben der gemeinsamen Produktion berichtete Reuters bereits früher in diesem Jahr, dass die beiden Unternehmen auch über den Austausch fortschrittlicher Technologien gesprochen hätten, darunter Systeme für autonomes Fahren und ADAS (Advanced Driver-Assistance Systems).

Strategische Logik für beide Seiten

Jim Baumbick, Präsident von Ford Europe, erläuterte die Gründe für die Partnerschaft:

"Wir haben einen Partner gewählt, der bereit ist, gemeinsam mit uns in die europäische Produktion zu investieren und auf einem ebenen Spielfeld zu konkurrieren, in Europa für Europa zu bauen und nach denselben Regeln zu spielen wie wir."
Baumbick fügte eine Botschaft hinzu, die an die europäischen politischen Entscheidungsträger gerichtet war:
"Wir haben keine Zeit, darauf zu warten, dass die politischen Entscheidungsträger ihre Reformdebatten beenden. Wir handeln jetzt, um ein wettbewerbsfähiges Industriesystem aufzubauen, das die europäische Fertigung stärkt und nicht umgeht."
Für Geely hat die Zusammenarbeit einen besonderen strategischen Wert, da sie dem Unternehmen ermöglicht, den EU-Zoll von 18,8 % auf Importe von Elektrofahrzeugen aus China zu vermeiden, da die Fahrzeuge lokal in Spanien produziert würden.

Ford erweitert Netz europäischer Partnerschaften

Das Joint Venture mit Geely ist nur einer der Schritte, mit denen Ford seine Position in Europa wiederbeleben will. Der amerikanische Hersteller arbeitet bereits mit Volkswagen und Renault an einzelnen Projekten für den europäischen Markt zusammen. Das aktuelle Elektroangebot von Ford in Europa umfasst die Modelle Puma Gen-E, Explorer, Capri und Mustang Mach-E, und die Partnerschaft in Valencia soll dieses Portfolio bis Ende des Jahrzehnts deutlich erweitern.

Häufige Fragen
Wann beginnt die Produktion der Ford- und Geely-Fahrzeuge in Valencia? +
Bei behördlicher Genehmigung soll die Produktion in der ersten Hälfte des Jahres 2027 beginnen, die ersten Fahrzeuge sollen 2028 vom Band laufen.
Warum arbeitet Geely mit Ford zusammen, anstatt seine Autos in Europa selbst zu verkaufen? +
Die EU erhebt einen Zoll von 18,8 % auf Elektrofahrzeuge, die aus China importiert werden. Die lokale Produktion in Spanien ermöglicht es Geely, diesen Zoll zu vermeiden und die Fahrzeuge günstiger auf dem europäischen Markt zu verkaufen.
Wie wird der neue Bronco sein und wann kommt er? +
Der neue Bronco wird als kompaktes, abenteuerorientiertes Modell beschrieben, das in mehreren Antriebsvarianten, einschließlich PHEV, erhältlich sein wird. Die Markteinführung wird für 2028 aus dem Werk in Valencia erwartet.
Wird der neue Ford-Crossover vollelektrisch sein? +
Der Crossover ist als Multi-Energy-Modell geplant, mit erwarteten BEV- (vollelektrisch) und PHEV-Varianten (Plug-in-Hybrid), basierend auf der GEA-Plattform von Geely.

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