Das französische Gesundheitsministerium veröffentlichte am Mittwoch, den 19. August, Daten zur Sterblichkeit während der Hitzewelle im Juli. Laut den Aufzeichnungen der Gesundheitsagentur Santé publique France (SPF) wurden im Zeitraum vom 3. bis 22. Juli 1.243 überschüssige Todesfälle registriert.
Das Ministerium erklärte bei einer Pressekonferenz, dass die Todesfälle an allen Orten auftreten, aber mit einem starken Signal in Bezug auf Todesfälle zu Hause. Diese Hitzewelle war weniger intensiv als die im Juni, aber außergewöhnlich in Dauer und territorialer Ausdehnung, mit 78 betroffenen Departements.
Anstieg der Sterblichkeit in allen Altersgruppen
Wie Sébastien Denys, Direktor der Abteilung Gesundheit-Umwelt-Arbeit bei SPF, näher erläuterte, wurde ein Anstieg der Sterblichkeit "aller Ursachen" in allen Alterskategorien verzeichnet, besonders ausgeprägt bei Personen über 45 Jahren. Er warnte jedoch, dass diese Zahlen noch nicht mit Sicherheit ausschließlich auf die Hitze zurückgeführt werden können. Zusätzlich betonte Guillaume Boulanger, Leiter der Abteilung für Umweltqualität bei derselben Agentur, dass "spezielle Analysen der Sterbeurkunden erforderlich sein werden, um die genauen Ursachen und Merkmale zu untersuchen".
Ein präziserer Wert für die Anzahl der Todesfälle, die direkt mit der Hitze in Verbindung gebracht werden können, wird erst am Ende des Sommerzeitraums, etwa im September-Oktober, bekannt sein, wenn alle gesammelten Daten analysiert werden. Denys betonte, dass die endgültige Schätzung vom Abschluss der Hitzephasen abhängen werde.
Katastrophaler Juni und historischer Präzedenzfall
Diese Juli-Daten schließen an die deutlich schwereren Zahlen vom Juni an. Im vorherigen SPF-Bericht, veröffentlicht am 22. Juli, wurden 5.764 überschüssige Todesfälle während der außergewöhnlichen Hitzewelle registriert, die das Land zwischen dem 17. Juni und dem 2. Juli traf. Laut Le Figaro wurde diese Zahl im Zeitraum vom 17. bis 30. Juni verzeichnet, was auf eine leichte Diskrepanz der Quellen hinsichtlich des genauen Enddatums der ersten Hitzewelle hinweist. Zudem brachte die erste Hitzewelle Ende Mai etwa 300 zusätzliche Todesfälle, was insgesamt für den Zeitraum von Mai bis Juli 7.307 überschüssige Todesfälle ergibt, so die Daten der Agentur.
France Info berichtet, dass es sich um eine Sterblichkeit ohne Präzedenzfall in Frankreich seit 2003 handelte. Zusammen brachten die beiden Hitzewellen des Sommers 2026 fast siebentausend überschüssige Todesfälle. Besonders betroffen waren die Region Paris sowie die Gebiete Grand Est und Pays de la Loire, während im Südosten und auf Korsika im Juni keine erhöhte Sterblichkeit verzeichnet wurde.
Warnung angesichts der globalen Erwärmung
Die Daten kommen im Kontext des kontinuierlichen Anstiegs der globalen Temperaturen. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Durchschnittstemperatur der Erde um 1,3 °C gestiegen, und die wissenschaftliche Gemeinschaft bringt diesen Anstieg mit Sicherheit mit menschlichen Aktivitäten und dem Verbrauch fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas in Verbindung. Laut einer AFP-Analyse auf der Grundlage von Daten des nationalen Wetterdienstes Météo-France verzeichnete Frankreich seit Mitte Juni rekordverdächtige 52 Tage mit Hitzewellen, deutlich mehr als 33 Tage im Jahr 2022 und 22 Tage im verhängnisvollen Jahr 2003.
Obwohl es sich um französische Daten handelt, dienen solche Berichte auch als Warnung für den Rest Europas, einschließlich Kroatien, wo Hitzewellen immer häufiger und intensiver werden. Das Foto einer älteren Person, die sich vor der Hitze schützt, wurde am 12. Juli in Pont-Audemer im Departement Eure aufgenommen und zeugt vom täglichen Kampf der Bürger mit extremen Temperaturen.