Die Atmosphäre auf dem Poljud vor dem ersten Heimligaspiel von Hajduk in der neuen Saison war alles andere als einheitlich. Am Samstag, dem 9. August 2026, kurz vor dem Duell mit Istra 1961 in der 2. Runde der SuperSport HNL, sendeten die Fans zwei völlig unterschiedliche Botschaften an die Schlüsselfiguren der Mannschaft.
Während der Stadionsprecher die Aufstellungen verlas, war die Reaktion auf den Namen von Trainer Gonzalo Garcia laut und unmissverständlich. Von den Rängen waren Pfiffe zu hören – ein Szenario, das der argentinische Coach bereits bei Europapokalspielen erlebt hatte. Es war ein klares Zeichen der Unzufriedenheit eines Teils der Fans, insbesondere vor dem Hintergrund turbulenter Wochen und Spekulationen über sein Verhältnis zum Kapitän. Interessanterweise wurde Garcia auf dem Poljud trotz des überzeugenden Sieges gegen Žalgiris in Vilnius (5:2) nur wenige Tage zuvor ausgepfiffen, was die tiefe Spaltung unter den Anhängern verdeutlicht.
Wie die Slobodna Dalmacija berichtete, ging Hajduk mit zusätzlichem Selbstvertrauen nach diesem Europapokalsieg in die Partie, und am Abend versuchten sie, gegen die Mannschaft aus Pula in der Liga an diese Leistung anzuknüpfen. Doch die Reaktion eines Teils des Publikums auf die Nennung von Garcias Namen war so laut, dass der Poljud laut Schilderungen von Ort und Stelle buchstäblich „donnerte, aber nicht schön“.
Kontrast auf den Rängen: Unterstützungsbotschaft für Livaja
Nur wenige Augenblicke später änderte sich die Klangkulisse im vollen Stadion von Split völlig. Als der Sprecher den Namen von Marko Livaja, dem Kapitän und besten Spieler der Weißen, ausrief, antwortete der Poljud mit tosendem Applaus. Damit zeigte ein Teil des Publikums deutlich, auf wessen Seite es in der aktuellen Situation im Klub steht. Erwähnenswert ist, dass Livaja diese Partie von der Bank aus begann, was die Symbolik der Unterstützung von den Rängen zusätzlich unterstreicht.
Dieser Kontrast kommt nach einer Phase, in der viel über Garcias Entscheidungen und seine Dynamik mit Livaja gesprochen wurde, und nur wenige Tage nachdem die Mannschaft einen überzeugenden 5:2-Sieg gegen Žalgiris in Vilnius errungen hatte und damit einen großen Schritt in Richtung europäisches Play-off machte. Laut Medienberichten zeigten die Fans während der Aufstellungsverlesung deutlich, dass die Unterstützung für die Mannschaft nicht ausbleiben wird, doch eine völlig andere Reaktion kam, als der Sprecher den Namen des Trainers nannte.
Auf der Suche nach den ersten Ligapunkten
Das Spiel selbst gegen Istra 1961, das um 21 Uhr begann, war für Hajduk eine Gelegenheit zur Wiedergutmachung nach der Auftaktniederlage in Varaždin und zum Einfahren der ersten Punkte in der heimischen Liga. Auf der anderen Seite suchte die Mannschaft aus Pula ebenfalls nach Wiedergutmachung, nachdem sie in der ersten Runde zu Hause gegen Lokomotiva verloren hatte. Eine aufregende erste Halbzeit brachte Hajduk in der 15. Minute durch ein Tor von Rokas Pukštas in Führung, doch Istra glich vor der Pause mit einem herrlichen Freistoßtor von Emil Frederiksen in der 42. Minute aus, sodass es mit 1:1 in die Pause ging.
Trotz der Tatsache, dass das Stadion wegen der schweren, warmen Sommernacht in Split nicht bis auf den letzten Platz gefüllt war, war die Botschaft von den Rängen vor dem ersten Schiedsrichterpfiff kristallklar und gespalten – ein Abbild der gesamten Komplexität der aktuellen Situation des Vereins aus Split. Die Pfiffe gegen Garcia erhielten im weiteren Verlauf des Spiels zusätzliches Gewicht, da sich die Frage stellte, ob die Weißen einen Weg finden würden, die Kontrolle zu übernehmen und den dringend benötigten Sieg einzufahren.