Ein Appartement für 380 Euro inklusive Nebenkosten spaltet Zagreb
Die Anzeige für eine Wohnung in Peščenica war in vier Tagen vermietet, doch Fotos und Kommentare zeigen, wie unterschiedlich Geschmäcker und Erwartungen von Mietern sind.
Die Anzeige für eine Wohnung in Peščenica war in vier Tagen vermietet, doch Fotos und Kommentare zeigen, wie unterschiedlich Geschmäcker und Erwartungen von Mietern sind.
Die Suche nach einer Mietwohnung in Zagreb ist für viele zu einem Albtraum geworden. Bei einem Durchschnittspreis von 15 Euro pro Quadratmeter erreichen Einzimmerwohnungen und kleinere Wohnungen bis 30 Quadratmeter 350 bis 500 Euro, während für eine Zweizimmerwohnung mit 60 bis 70 Quadratmetern zwischen 600 und 900 Euro eingeplant werden müssen. In diesem Umfeld hat eine Anzeige für ein Appartement im Osten der Stadt mit einem Preis von 380 Euro inklusive Nebenkosten für Aufsehen in den sozialen Medien gesorgt.
Der Vermieter gab in der Anzeige an, dass die Wohnung sofort verfügbar ist und sich in einem ruhigen Viertel in Peščenica-Žitnjak befindet. "Sofort verfügbar. Top-Preis, nur 380 EUR monatlich, Nebenkosten inklusive. Bus, Straßenbahn und Zug sind in 5-10 Minuten zu Fuß erreichbar, in einem ruhigen Viertel", steht in der Beschreibung. Die Wohnung ist ausschließlich für eine Person gedacht und vollständig möbliert: Sie verfügt über eine Küche, einen Backofen, einen Kühlschrank, eine Waschmaschine und eine Gasheizung. WLAN-Internet ist inklusive und rund um die Uhr verfügbar. In der Nähe befindet sich auch das Einkaufszentrum City Center East, Žitnjak.
Zusätzlich wurde die gute Verkehrsanbindung hervorgehoben. "Der Bus ist 3 Gehminuten entfernt, der Zug weniger als 10 Gehminuten, der Campus Borongaj 15 Gehminuten", präzisierte der Vermieter. Die Kombination aus Preis und Lage scheint erfolgreich gewesen zu sein, die Wohnung wurde innerhalb von nur vier Tagen vermietet.
Obwohl die Wohnung schnell einen Mieter fand, lösten die Fotos eine Flut von Kommentaren aus. Während einige das Preis-Leistungs-Verhältnis loben, waren andere gnadenlos gegenüber dem Einrichtungsstil. "Für mich ist das top. Mit ein wenig Kreativität kann man ein Märchen daraus machen. Für wenig Geld den Schlafbereich abtrennen und alles gut", lautete einer der positiven Kommentare. Ähnlicher Meinung war ein anderer Nutzer: "Für zwei Berufstätige, die an einem besseren Leben und einer eigenen Immobilie in absehbarer Zeit arbeiten, ein Märchen".
Auf der anderen Seite gab es auch solche, denen die Einrichtung nicht gefiel. "Die Augen tun weh vor Kitsch", sagte ein Kommentator kurz. Ein anderer gab einen konkreten Rat: "Also, einfach besser einrichten, diesen Tisch aus der Mitte des Wohnzimmers entfernen und statt der unbequemen Schlafcouch ein niedriges Bett von Ikea nehmen. Man kann etwas daraus machen, aber so ist es für fast 400 Euro zu viel".
Auf die Kritik kamen auch Gegenantworten, die die Dinge in den weiteren Kontext des Zagreber Immobilienmarktes stellten. "Die Wohnungspreise sind abnormal, und wenn man für einen anständigen Betrag eine anständige Unterkunft bekommen kann, beginnen die Anschuldigungen und die Arroganz. Gebt 800 Euro mehr für eine Wohnung aus und verlangt Top-Lagen und Designermöbel. Armselig, Leute, armselig", sagte einer der Nutzer und verteidigte das Angebot von 380 Euro.
Dieser Fall zeigt anschaulich die Realität der Mietnachfrage in Zagreb. Während sich viele über hohe Preise beschweren, verschwindet jede Anzeige mit einem einigermaßen akzeptablen Preis und einer soliden Lage innerhalb weniger Tage. Ästhetische Vorlieben treten in den Hintergrund, wenn das Budget begrenzt ist, was auch die Geschwindigkeit bestätigt, mit der dieses Appartement einen neuen Mieter gefunden hat.