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Gianni Infantino steht vor seiner größten Herausforderung

Der FIFA-Präsident, den die Schweizer Medien als 'Sonnenkönig' bezeichneten und dem der FIFPro-Chef vorwarf, sich 'wie ein Mann, der glaubt, Gott zu sein' zu verhalten, durchlebt die schwerste Zeit seit seiner Übernahme des Ruders der Weltfußballorganisation im Jahr 2016.

Foto: Wikipedia (Korupcija)
Kurz gesagt
  • Gianni Infantino durchlebt die schwerste Zeit seit seiner Wahl zum FIFA-Präsidenten im Jahr 2016.
  • Er zog den umstrittenen Plan, kommerzielle FIFA-Rechte an Privatinvestoren zu verkaufen, nach starkem Widerstand aus Europa zurück.
  • Die Schweizer Medien nennen ihn 'Sonnenkönig', und der FIFPro-Präsident warf ihm vor, sich wie 'ein Mann, der glaubt, Gott zu sein' zu verhalten.
  • Die nächste Präsidentschaftswahl wird im März 2027 erwartet, und als Nachfolger werden Čeferin, Montagliani und Al-Khelaifi genannt.

Gianni Infantino, der vor zehn Jahren den FIFA-Mitgliedern Transparenz mit der Botschaft 'Das Geld der FIFA ist euer Geld' versprach, sieht sich heute der schwersten Krise seiner Amtszeit gegenüber. Nachdem der Plan, einen Teil der kommerziellen Rechte an private Investoren zu verkaufen, aufgrund starken Widerstands, vor allem aus Europa, zurückgezogen wurde, stellt sich in Teilen der Fußballöffentlichkeit die Frage nach seiner Zukunft an der Spitze des Weltverbands.

Der Weg von Platinis Mitarbeiter zum ersten Mann der FIFA

1970 in der Schweiz als Sohn italienischer Einwanderer geboren, ist Infantino von Beruf Anwalt. Seine Karriere baute er bei der UEFA auf, wo er jahrelang ein enger Mitarbeiter des damaligen Präsidenten Michel Platini war und bis zum Generalsekretär aufstieg. Die Korruptionsskandale, die 2015 die FIFA erschütterten, ebneten ihm den Weg an die Spitze. Nachdem Platini aus dem Rennen ausgestiegen war, wurde Infantino der Kandidat der UEFA und gewann im Februar 2016 die Präsidentschaftswahl.

Den Mitgliedern versprach er damals mehr finanzielle Mittel und Reformen, doch fast ein Jahrzehnt später ist das Bild deutlich anders. Seine Kritiker bemängeln das Problem der übermäßigen Macht, die Verbindungen zu politischen Führern und die verstärkte Fokussierung auf die Einnahmen aus FIFA-Turnieren.

Vom 'Sonnenkönig' zum 'Mann, der glaubt, Gott zu sein'

Die Schweizer Medien nannten ihn wegen seines Führungsstils 'Sonnenkönig'. Noch schärfere Kritik äußerte der FIFPro-Präsident Sergio Marchi, der ihn in einem offenen Brief beschuldigte, sich wie 'ein Mann, der glaubt, Gott zu sein' zu verhalten.

Besondere Spannungen verursachten seine Beziehungen zum US-Präsidenten Donald Trump und zu Führern des Nahen Ostens. Im Jahr 2025 gab es neue Kontroversen, weil er zu spät zum FIFA-Kongress in Paraguay kam, da er an einer politischen Veranstaltung in Riad teilgenommen hatte. Damals verließen einige europäische Delegierte, darunter auch UEFA-Präsident Aleksander Čeferin, aus Protest den Saal.

WM 2026 und das 'größte Ereignis der Menschheit'

Auch die kürzlich zu Ende gegangene Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko blieb nicht ohne Infantinos kontroverse Aussagen. Vor dem Finale, als er neben Donald Trump im New Yorker Trump Tower in einem Raum voller Milliardäre und Mitglieder der Trump-Familie saß, beschrieb Infantino die WM als 'das größte menschliche, soziale und kulturelle Ereignis, das die Menschheit je erlebt hat'. Diese Aussage verärgerte viele Fußballfans zusätzlich, die das Turnier mit einer gewissen Enttäuschung aufgenommen hatten.

Wahl 2027 als Schicksalswende

Die jüngste Krise könnte weitreichende Folgen haben. Die nächste Präsidentschaftswahl ist für März 2027 angesetzt, und der gescheiterte Plan zur Einbindung privaten Geldes hat Infantinos Ansehen weiter geschädigt. Die Unterstützung eines großen Teils des europäischen Fußballs ist nicht mehr sicher, obwohl er weiterhin auf viele Stimmen aus Afrika und Teilen Asiens zählen kann.

Bereits wird über mögliche Nachfolger spekuliert. Als mögliche Kandidaten werden Aleksander Čeferin, Victor Montagliani, Nasser Al-Khelaifi, Mattias Grafström und Salman bin Ibrahim Al Khalifa genannt. Nach verfügbaren Informationen hat Infantino nicht vor aufzugeben und wird in der kommenden Zeit versuchen, die Unterstützung zu erneuern, um seine Position, die er seit 2016 innehat, zu behalten.

Häufige Fragen
Warum sieht sich Gianni Infantino einer Krise gegenüber? +
Die Krise brach aus, nachdem sein Plan, einen Teil der kommerziellen Rechte der FIFA an private Investoren zu verkaufen, aufgrund starken Widerstands, vor allem aus Europa, zurückgezogen wurde.
Wann finden die nächsten Wahlen zum FIFA-Präsidenten statt? +
Die nächste Präsidentschaftswahl wird im März 2027 erwartet.
Wer wird als möglicher Nachfolger von Infantino genannt? +
Als potenzielle Nachfolger werden Aleksander Čeferin, Victor Montagliani, Nasser Al-Khelaifi, Mattias Grafström und Salman bin Ibrahim Al Khalifa genannt.
Wie beschrieb Infantino die Weltmeisterschaft 2026? +
In einem Gespräch mit Donald Trump im Trump Tower beschrieb Infantino die WM 2026 als 'das größte menschliche, soziale und kulturelle Ereignis, das die Menschheit je erlebt hat'.

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