Der Fall von Gefahrstoffmüll in Lika, der in Gospić eine Umweltkatastrophe ausgelöst hat, ist zu einer ernsthaften politischen Krise eskaliert, die die Stabilität der Regierungskoalition erschüttert hat. Nach heftiger Kritik von Opposition und Staatspräsident Zoran Milanović hat Premierminister Andrej Plenković für Dienstag, den 11. August 2026, um 11 Uhr ein dringendes Treffen der Parteivorsitzenden der Parlamentsmehrheit einberufen.
Der Politologe Davor Gjenero bewertete im Gespräch mit Dnevno.hr, dass der Schritt des Premierministers angesichts der entstandenen Situation völlig logisch sei. "Es ist völlig klar, dass diese Situation zu einer gewissen Instabilität in der Parlamentsmehrheit geführt hat. Es ist völlig logisch, dass in einer solchen Situation dringend ein Treffen der Parlamentsmehrheit einberufen wird", sagte Gjenero.
Milanović und Opposition in der Offensive
Präsident Milanović hatte am Vortag, dem 10. August, die Regierung wegen der Umweltkatastrophe in Gospić scharf kritisiert. Gleichzeitig forderten die Oppositionsparteien Most, SDP und Drito die dringende Einberufung einer außerordentlichen Sitzung des Parlaments, um über den Fall von Gefahrstoffmüll in Lika zu beraten.
Gjenero ist der Ansicht, dass zwischen Pantovčak und den Oppositionsakteuren ein gewisses Maß an Zusammenarbeit besteht. "Die Aufgabe der Opposition ist es, die Regierung heftiger anzugreifen, und es ist auch offensichtlich, dass es eine Art Absprache zwischen dem Staatspräsidenten und wichtigen Akteuren innerhalb der Opposition gibt", erklärte der Politologe.
Domovinski pokret als Dorn im Auge
Mit Blick auf den breiteren politischen Kontext analysierte Gjenero auch die interne Dynamik der Regierungskoalition. Nach seiner Einschätzung ist es Premierminister Plenković gelungen, die Parlamentsmehrheit erheblich zu festigen, aber ein Partner bleibt weiterhin eine Quelle der Instabilität.
"Mir scheint, dass Premierminister Plenković die Regierungsmehrheit deutlich konsolidiert hat und dass es nur einen einzigen Akteur gibt, den Premierminister Plenković gerne aus der Koalition loswerden würde. Wir alle wissen, wer das ist, und wir alle wissen, dass diese Akteure nicht in eine rechtsliberale konservative Koalition gehören. Wir sprechen über die Domovinski pokret", so Gjenero.
Der Politologe erinnerte auch an frühere Turbulenzen innerhalb der Mehrheit. "Der Premierminister ist jedoch jetzt wieder in der Situation, die Mehrheit verteidigen zu müssen, obwohl es schien, dass er diese Aufgabe im Frühjahr nach dem Exzess mit der Resolution über Kroaten in Bosnien und Herzegowina abgeschlossen hatte", schloss Gjenero gegenüber Dnevno.hr.