Google ermöglicht Entfernung von Wasserzeichen aus KI-Bildern
Ab August 2026 können Nutzer sichtbare Kennzeichnungen aus generierten Inhalten entfernen, unsichtbare SynthID- und C2PA-Metadaten bleiben jedoch verpflichtend.
Ab August 2026 können Nutzer sichtbare Kennzeichnungen aus generierten Inhalten entfernen, unsichtbare SynthID- und C2PA-Metadaten bleiben jedoch verpflichtend.
Ab August 2026 hat Google seinen Nutzern die Möglichkeit eingeräumt, sichtbare Wasserzeichen aus KI-generierten Inhalten zu entfernen, was die Unterscheidung zwischen authentischen Fotos und solchen, die durch künstliche Intelligenz entstanden sind, erschweren wird. Josh Woodward, Vizepräsident von Google, bestätigte diese Information auf der Social-Media-Plattform X und betonte, dass das Unternehmen ein Gleichgewicht zwischen kreativer Freiheit und Sicherheit anstrebt.
Bisher trugen generierte Bilder eine sichtbare Kennzeichnung in der unteren rechten Ecke, was einige Nutzer störte, da ChatGPT-Bilder keine solche Kennzeichnung besitzen. Dank der neuen Einstellung können Nutzer nun wählen, ob sie das sichtbare Wasserzeichen behalten möchten, was diese Situation verändert. Diese Option wird in Gemini und Flow verfügbar sein und soll auch auf den KI-Modus innerhalb der Google-Suche ausgeweitet werden.
Die Änderung betrifft nicht nur Bilder. Auch aus Videos, die mit Hilfe von Gemini Omni erstellt wurden, sowie aus Musikstücken, die mit Lyria generiert wurden, kann das sichtbare Wasserzeichen entfernt werden. Die einzige Ausnahme bilden Länder, in denen die Beibehaltung solcher Kennzeichnungen gesetzlich vorgeschrieben ist.
Die Entfernung des sichtbaren Wasserzeichens wird KI-Inhalte jedoch nicht vollständig ohne Kennzeichnungen lassen. Google plant, die Verwendung unsichtbarer SynthID-Kennzeichnungen und C2PA-Metadaten beizubehalten. Dadurch können Nutzer Gemini fragen, ob ein bestimmtes Bild mit künstlicher Intelligenz erzeugt wurde. Wenn SynthID auf dem Bild vorhanden ist, kann Gemini erkennen, dass es sich um KI-generierten Inhalt handelt.
Noch vor einigen Jahren war es einfach, künstlich generierte Bilder zu erkennen. Überzählige Finger, deformierte Gesichter, verzerrte Schriftzüge, diese Fehler waren auf den ersten Blick sichtbar. Heutige Generatoren wie Gemini, Nano Banana und Omni-Modelle sind so hochentwickelt, dass sie praktisch nicht mehr von authentischen Fotos zu unterscheiden sind.
Das Problem ist nicht nur technischer Natur. Deepfake-Technologie wird bereits bei Betrügereien eingesetzt, bei denen Opfer auf gefälschte Aufnahmen hereinfallen und die Kontrolle über ihre Profile verlieren. Obwohl rechtliche Rahmenbedingungen solche Missbräuche zunehmend strenger sanktionieren, eröffnet die Möglichkeit, sichtbare Kennzeichnungen zu entfernen, auch den Weg für subtilere Manipulationen, die nicht unbedingt vor Gericht landen.
Google verteidigt sich mit dem Argument, dass unsichtbare Wasserzeichen und Metadaten an Ort und Stelle bleiben und jeder die Authentizität eines Bildes über Gemini-Tools oder die Google-Suche überprüfen kann. Allerdings stellt sich die Frage, die das Unternehmen aus Mountain View umgeht: Wie viele durchschnittliche Nutzer ohne technisches Wissen werden überhaupt wissen, dass sie die Quelle eines Bildes überprüfen müssen, bevor sie ihm vertrauen oder es weiterleiten?
Zur Erinnerung: Google führte bereits 2023 die ersten Wasserzeichen für KI-generierte Bilder ein, und Google Photos kennzeichnete später auch Fotos, die mit Hilfe künstlicher Intelligenz bearbeitet wurden. Diese aktuelle Entscheidung stellt einen Rückschritt in der Transparenz dar, unabhängig von den technischen Gründen. Das sichtbare Wasserzeichen hatte eine präventive Funktion, die wirkte, bevor jemand mit der Überprüfung begann.
In einer Zeit, in der sich Desinformationen schneller verbreiten als je zuvor, ist diese Frage nicht nur technischer, sondern auch gesellschaftlicher Natur. Googles Entscheidung, sichtbare Kennzeichnungen optional zu machen, verlagert die Verantwortung für die Überprüfung auf den Einzelnen, und genau das schafft Raum für Manipulation. Anstatt auf mehr Transparenz zu setzen, wählt der Technologieriese Flexibilität, und das Vertrauen der Öffentlichkeit wird den Preis dafür zahlen.