Die Bewohner von Gospić und der gesamten Lika leben in Angst, nachdem in Kroatien der Skandal um illegalen Abfall in dieser Region bekannt wurde. Bürger, die das Problem seit Jahren ahnten, bestehen nun auf einer sofortigen Sanierung des Standorts und häufigeren Kontrollen. Besonders beunruhigt sie die steigende Zahl junger Menschen, die an Krebs erkranken.
Ärztin: Patienten melden sich täglich
Über die Lage vor Ort sprach im Dnevnik Nove TV die Gynäkologin Dr. Mirjana Vrkljan Radošević aus Gospić, die früher dem Stadtrat vorstand und der Partei Gerechtes Kroatien angehört. Sie sagt, dass sich besorgte Patienten täglich bei ihr melden, besonders in den letzten Tagen.
"Sie fragen mich nach der Adresse des Labors, an das ich meine Proben geschickt habe, denn jetzt wollen sie auch auf den Inseln und direkt vor Ort selbst testen, weil sie leider das Vertrauen in die staatlichen Institutionen verloren haben", sagte Dr. Vrkljan Radošević.
Wissenschaftliche Beweise gibt es nicht, aber die Lage vor Ort ist besorgniserregend
Auf die Frage, ob es wissenschaftliche Beweise für einen Zusammenhang zwischen dem Abfall und den Gesundheitsproblemen der lokalen Bevölkerung gibt, betont die Ärztin, dass es keine offizielle Statistik gibt, aber die Lage vor Ort zur Vorsicht mahnt.
"Wissenschaftliche statistische Daten gibt es nicht, aber wir sehen vor Ort, dass sich häufig Patienten mit Krebserkrankungen melden, jüngere Menschen, denen wir vor zehn Jahren nicht begegnet sind. Wir können nicht direkt sagen, dass dies damit zusammenhängt, aber es wirft einen Verdacht auf", sagte Dr. Vrkljan Radošević.
Sie sagt auch, dass sie, obwohl sie manchmal direkt Wasser aus dem Hahn trinkt, zu Hause dennoch einen Wasserfilter verwendet und kein Leitungswasser trinkt.
Persönlich Proben nach Berlin geschickt: PFAS und Schwermetalle im festen Abfall
Dr. Vrkljan Radošević verriet auch, dass sie im März letzten Jahres persönlich Proben zur Analyse nach Deutschland geschickt hat, in Zusammenarbeit mit dortigen Umweltaktivisten.
"Am 10. März 2025 habe ich hier am Eingangstor eine Probe dieses Materials, dieses Sandes, zur Analyse genommen. Ich habe Wasser aus Senj, aus Karlobag, aus Udbina und aus 60 Metern Tiefe aus einem Brunnen genommen. Das habe ich in speziellen Fläschchen, die sie mir geschickt haben, nach Berlin geschickt. Ich habe die Analyse erhalten, dass in diesem festen Abfall PFAS und Schwermetalle vorhanden sind. Das Wasser war damals sauber und es gab keine Anzeichen, dass PFAS oder etwas anderes darin war", erklärte Dr. Vrkljan Radošević.
Reaktion auf die Äußerung des Premierministers über Hysterie
Sie äußerte sich auch zu der Aussage des Premierministers, der sagte, dass ein Teil der Opposition Hysterie um den gesamten Fall verbreite.
"Ich finde es beschämend, dass der Premierminister sich so gegenüber den Bürgern von Gospić und der gesamten Lika verhält. Wir sind nicht hysterisch, wir sind nur besorgt um unsere Gesundheit, denn wer gelesen hat, welche Folgen PFAS und Schwermetalle für die Gesundheit der Bürger, aber auch für die Natur im Allgemeinen haben, ist natürlich besorgt. Da ist keine Hysterie, denn wenn es Hysterie gäbe, wären wir längst auf dem Marko-Platz und hätten alles beschleunigt", sagte Dr. Vrkljan Radošević.
Die Ličke vode betonen, dass in diesem Gebiet zusätzliche Wasseruntersuchungen durchgeführt werden, und für heute werden auch die Ergebnisse der Analysen des Kroatischen Instituts für öffentliche Gesundheit (HZJZ) erwartet. Wenn morgen die offiziellen Daten zur Wasserqualität vom HZJZ veröffentlicht werden, werden voraussichtlich Experten und Politiker neue Informationen liefern.