Die Sanierung der illegalen Mülldeponie in Gospić tritt in ihre entscheidende Phase. Nach dem Treffen des engeren Kabinetts und der Parlamentsmehrheit am 11. August erklärte Regierungschef Andrej Plenković, dass der Prozess beschleunigt wird und dass der entscheidende Termin für die neue öffentliche Ausschreibung zur Beseitigung eines Teils des Abfalls der 25. August ist. Der Premierminister forderte die Bürger von Gospić auf, nicht in Panik zu verfallen, und betonte, dass die zuständigen Institutionen ernsthaft, fachkundig und im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften handeln werden.
"Wir haben eine Sitzung des engeren Kabinetts und der Koalition bezüglich der Abfallsituation in Gospić in der Gespanschaft Lika-Senj abgehalten. Die Hauptbotschaften sind, das Strafverfahren läuft, die Sanierung wird beschleunigt, und die Koalition ist stabil, und der Wunsch aller ist es, die Täter dieser Straftaten aufs Schärfste zu sanktionieren", schrieb Plenković auf seinem Twitter-Profil.
Was sich auf dem PKK Velebit verbirgt
Das Problem betrifft etwa 37.000 Tonnen Abfall am Standort des ehemaligen Übungsgeländes PKK Velebit. Von dieser Menge sind sogar 32.000 Tonnen vergraben, während sich der Rest an der Oberfläche befindet. Genau für die Beseitigung dieses äußeren Teils wird eine neue öffentliche Ausschreibung ausgeschrieben, da sich auf die vorherige niemand gemeldet hat.
Das Ministerium für Umweltschutz und grüne Transformation sowie der Umweltfonds haben von der Regierung die direkte Anweisung erhalten, alle gesetzlich zulässigen Verfahren zu beschleunigen. Sollte jedoch bis zum 25. August kein Auftragnehmer gefunden werden, ist die Regierung bereit, den Ansatz zu ändern.
Die Heimatbewegung forderte Maßnahmen
Gerade die Heimatbewegung als Koalitionspartner hat auf eine schnellere Lösung bestanden. Der Generalsekretär der Partei, Mladen Barać, bestätigte, dass sie Garantien für den Übergang zum Modell der Verhandlungsvereinbarung erhalten haben, falls die öffentliche Ausschreibung scheitert.
"Die Regierung hat versucht, das Problem über öffentliche Ausschreibungen zu lösen, aber diese haben bisher keine Ergebnisse gebracht. Deshalb haben wir ein anderes Modell vorgeschlagen, und der Premierminister hat Garantien gegeben, dass nach Ablauf der Frist dieser Weg eingeschlagen wird", erklärte Barać. Er betonte, dass der Schutz der Gesundheit der Bürger von Gospić und der Erhalt der Umwelt ihre Priorität seien.
Gefährlicher Abfall reist nach Europa
Besonders komplex ist das Problem des vergrabenen Materials, das als gefährlicher Abfall gilt. Wie der Premierminister betonte, verfügt Kroatien über keine geeignete Anlage zu dessen Entsorgung. Deshalb hat der Umweltfonds etwa 70 spezialisierte Einrichtungen in ganz Europa kontaktiert, um Unternehmen mit der erforderlichen Technologie und Genehmigungen zu finden.
Die Sanierung wird daher weitgehend von der Resonanz europäischer Auftragnehmer abhängen, die sich über die öffentliche Ausschreibung oder direkte Verhandlungen beteiligen können. Plenković erinnerte auch an frühere erfolgreiche Sanierungsprojekte in Varaždin, Biljane Donje und im Gebiet von Salonit und versicherte, dass auch der Standort PKK Velebit ruhig, rational und fachkundig saniert wird.
Strafverfolgung und neue gesetzliche Lösungen
Parallel zur Sanierung läuft auch das Strafverfahren, das seit mehr als fünf Jahren andauert und von der Staatsanwaltschaft und dem Amt zur Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität (USKOK) geführt wird. Plenković betonte, dass der Staat von den Verantwortlichen neben der strafrechtlichen auch eine finanzielle Entschädigung für die Kosten der Abfallbeseitigung verlangen wird.
Als Reaktion auf diesen und ähnliche Fälle bereitet die Regierung für September auch ein neues Abfallwirtschaftsgesetz sowie Änderungen des Strafgesetzbuchs vor, mit denen besonders schwere Straftaten gegen die Umwelt, einschließlich Ökozid, eingeführt werden sollen.
Wasser unter Kontrolle
Um Panik in der Bevölkerung zu vermeiden, berichtete der Direktor des Kroatischen Instituts für öffentliche Gesundheit (HZJZ), Krunoslav Capak, dass die bisherigen Messungen keine Verunreinigung des Trinkwassers zeigen. Der Premierminister bestätigte, dass das Wasser sicher zum Trinken und Gebrauch ist, und das HZJZ wird die Öffentlichkeit alle drei Tage über die Ergebnisse neuer Analysen informieren.
Der gesamte Fall wird auch vor Ort weiter erörtert, bei der Sitzung des Parlamentsausschusses für Umweltschutz und Natur, die in Gospić stattfinden wird.