Hajduk enttäuscht erneut auf Poljud
Nur ein Punkt in den ersten beiden Runden, Frustration auf den Rängen und Kritik an der Vereinsführung. Die bevorstehenden Duelle mit Lokomotiva und Osijek werden zum Test für den wahren Wert der Mannschaft.
Nur ein Punkt in den ersten beiden Runden, Frustration auf den Rängen und Kritik an der Vereinsführung. Die bevorstehenden Duelle mit Lokomotiva und Osijek werden zum Test für den wahren Wert der Mannschaft.
Hajduk erlebte am Sonntagabend auf Poljud eine erneute schmerzhafte Enttäuschung. Nach dem überzeugenden 5:0-Sieg in Litauen gegen Žalgiris folgte ein Unentschieden gegen Istra 1961, das die tiefgreifenden Probleme der Mannschaft offenbarte. Die Mannschaft aus Pula bestätigte erneut ihre Rolle als Angstgegner für die Mannschaft aus Split, und der eine Punkt aus den ersten beiden Meisterschaftsspielen weckte böse Erinnerungen an den Sommer 2021, als die Weißen zuletzt so schwach gestartet waren.
Die vergangene Saison brachte einen Rückstand von satten 18 Punkten auf Dinamo, und die aktuelle Mannschaft ist unvergleichlich schwächer als jene, die damals mit vier Siegen gestartet war. Zwei gute Spiele, das erste auf Poljud gegen Pafos und das Schützenfest in Litauen, werden das Urteil über die wahre Stärke dieser Mannschaft kaum ändern. Istra hat sich den Punkt völlig verdient, auch wenn er erst in der Schlussphase fiel, was die Niederlage noch schockierender machte.
Über die Schiedsrichterleistung von Mateo Erceg wird viel gesprochen werden, aber die Weißen sind mit dem einen Punkt eigentlich gut bedient. Das Spiel gegen die Mannschaft aus Pula war kein weiterer Ausrutscher in einer Reihe, sondern ein ernstzunehmender Indikator für Probleme, die die Mannschaft in der Zone der Durchschnittlichkeit der heimischen Liga halten. Die Gäste protestierten zweimal heftig und forderten Elfmeter, und die Experten Gordon Schildenfeld und Hrvoje Vejić in der Sendung Studio SHNL hatten keinen Zweifel daran, dass Istra benachteiligt wurde. Der erste Vorfall ereignete sich in der 63. Minute, als Toni Silić nach einem verlorenen Ball in Kontakt mit einem Spieler von Istra kam, doch Schiedsrichter Erceg und der VAR-Raum blieben stumm. Weitaus mehr Diskussionen löste das Duell in der 90. Minute aus, als Alec Van Hoorenbeeck Hamza Jaganjac mit dem Ellbogen am Kopf traf. Schildenfeld war deutlich: "Ich weiß nicht, was man sich da angeschaut hat, dass der Schiedsrichter keine Entscheidung getroffen hat. Klarer Elfmeter, Schlag ohne Ball. Am Ende haben beide nichts davon, er hat ihn mit dem Ellbogen erwischt." Vejić fügte hinzu: "Ellbogenschlag, definitiv. Klarer kann ein Elfmeter nicht sein. Der Spieler geht mit dem Ellbogen direkt ins Kinn, trifft ihn mit voller Wucht. Ich sehe nicht, warum der VAR nicht eingegriffen hat."
Die Unzufriedenheit von den Rängen eskalierte in harten Worten gegenüber den Spielern, aber was noch bezeichnender ist, auch gegenüber der Vereinsführung. Von der Nordtribüne meldeten sie sich auf eine Weise zu Wort, auf die man lange gewartet hatte, was turbulente Tage im Verein ankündigt.
Trainer Garcia steht schon lange in der Kritik, wegen seines Umgangs mit Livaja und zahlreicher anderer Entscheidungen, die er auf dem Platz trifft. Bisher macht er sein Ding, aber die Geduld der Fans wird immer dünner. Eine ähnliche Durchschnittlichkeit in der Tabelle gab es genau vor Livajas Rückkehr zu Hajduk vor fünf Jahren, und es ist bezeichnend, dass Ähnliches auch jetzt passieren könnte, wo Livaja selbst sein Fegefeuer durchlebt.
In der Meisterschaft stehen für Hajduk nun Spiele gegen Lokomotiva und Osijek an, die mit zwei Siegen und starken Leistungen auf dem Platz hervorragend in die Saison gestartet sind. Die Antwort auf die Frage, ob dieses Hajduk wirklich eine durchschnittliche Mannschaft der HNL ist, werden wir genau Ende dieses Monats erhalten, wenn die Mannschaft aus Split diese beiden Spiele bestreitet.
In Split stehen uns, passend zu den Temperaturen, sicherlich heiße Tage bevor. Es ist nur eine Frage, wie viel Geduld alle Beteiligten noch haben werden.