Hajduk befindet sich in einer Situation, die man auf Poljud lange nicht gesehen hat. Nach dem überzeugenden Sieg in Vilnius bringt die europäische Bühne ein ungewöhnliches Maß an Komfort, während die heimische Meisterschaft einen Sieg erzwingt. Trainer Gonzalo Garcia muss nun entscheiden, wie er die Kräfte zwischen zwei Spielen verteilt, die nur vier Tage auseinanderliegen.
Europa als Gelegenheit zur Verschnaufpause
Am Donnerstag, dem 13. August, empfängt Hajduk auf Poljud den litauischen Klub Žalgiris im Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde zur Conference League. Der Vorsprung von 5:2 aus dem ersten Spiel scheint ausreichend, damit Garcia seinen am meisten belasteten Spielern eine Pause ermöglichen kann. Der Sieger dieses Duells trifft in den Playoffs auf den Sieger des Vergleichs zwischen dem polnischen Klub Raków und dem schwedischen Klub Hammarby.
Paradoxerweise könnte ausgerechnet das europäische Spiel, normalerweise eine Priorität für den Verein aus Split, als Plattform für Rotationen dienen. Der Hauptgrund liegt in der Tatsache, dass die Situation in der Meisterschaft alles andere als ideal ist. Nach einer Niederlage und einem schockierenden Unentschieden hat Hajduk in den ersten beiden Runden nur einen von möglichen sechs Punkten geholt.
Sonntagspflicht gegen Gorica
Am Sonntag, dem 16. August, kommt Gorica nach Poljud. Das ist ein Spiel, in dem die Weißen einfach gewinnen müssen, um wieder auf die Siegerstraße zurückzukehren. Daher sieht es immer mehr danach aus, dass Garcia die stärkste Aufstellung genau für dieses Meisterschaftsspiel aufheben wird.
Der Trainer warnt seit einiger Zeit vor der Überlastung einzelner Spieler. In erster Linie betrifft das das Mittelfeldduo Adrion Pajaziti und Rokas Pukštas. Beide haben seit Saisonbeginn jedes Spiel begonnen und meistens alle 90 Minuten gespielt. Interessanterweise wurden sie nur einmal ausgewechselt: Pukštas gegen Žalgiris in Litauen und Pajaziti gegen Pafos auf Poljud.
Wer könnte eine Chance bekommen?
Neben Pajaziti und Pukštas haben auch Šimun Hrgović und Michele Šego viel Spielzeit. Auf der anderen Seite gibt es Spieler, die noch ihren Rhythmus suchen, wie Marin Šotiček und Niko Sigur, während einige wie Acapandiea, Marešić und Van Hoorenbeeck Probleme mit kleineren Verletzungen hatten.
Eine Lösung für die Pause könnte der junge Anđelo Šutalo sein. Er hat in der zweiten Halbzeit gegen Istra fast alle Gefahren erzeugt, und ausgerechnet aus seinem Schuss erzielte Marko Livaja das Tor. Šutalo könnte den ineffektiven Bambu ersetzen oder mit ihm ein Duo auf dem Flügel bilden. Fraglich ist auch die Form des Innenverteidiger-Duos Marešić - Van Hoorenbeeck, deren Leistungen von Spiel zu Spiel schwächer wirken. Als Alternative bietet sich der Kosovare Ron Raci an.
"Es ist eine Tatsache, dass das Spiel, das 'die Hosen runterlässt', derzeit das gegen Gorica am Sonntag ist, nicht das gegen Žalgiris am Donnerstag", heißt es in der Analyse der Sportske novosti.
Garcia steht vor Entscheidungen, wie er sie bei Hajduk noch nie getroffen hat. Die Möglichkeit, Schlüsselspieler in Europa zu schonen, um sie für die Meisterschaft frisch zu haben, wirkt in der Tat wie ein Paralleluniversum für den Verein von Poljud. Dennoch sollte der Drei-Tore-Vorsprung und der Heimvorteil für das Weiterkommen ausreichen, egal ob Del Moral, Raci, Bamba, Šutalo, Livaja, Pajaziti oder Pukštas auflaufen.