Die HDZ hat am Samstag, dem 9. August 2026, scharf auf die Entscheidung des Bürgermeisters von Sinj, Miro Bulj, reagiert, während der 311. Sinjska alka nicht in der Festloge mit Vertretern der kroatischen Regierung Platz zu nehmen. Die Reaktion erfolgte über soziale Medien, in der Bulj vorgeworfen wird, den Schritt ausschließlich für seine eigene politische Promotion unternommen zu haben.
"Es tut uns leid, dass Bulj wieder eine Show abzieht, aber das ist nicht unerwartet. Er war sich selbst immer am wichtigsten. Wichtiger als die Alka und Sinj. Wichtiger als der VAD und der Vojvoda. Wichtiger als die Feierlichkeiten zum Sturm und der Heimatkrieg", so die HDZ. Im Weiteren verschärften sie ihre Kritik: "So ist das, wenn man als Bürgermeister einen Mangel an Erfolgen und einen Überschuss an Bosheit und Eitelkeit hat."
Buljs Begründung: Von der Entbindungsstation bis zum 'Hochverrat' in der Lika
Bulj hatte seine Entscheidung zuvor auf Facebook in einem Beitrag mit dem Titel 'Alka dem Volke' erläutert. Als Hauptgründe für den Boykott der Festloge nannte er das Verhältnis der Regierung zu Sinj und der Cetinska krajina, wobei er besonders die Schließung des Entbindungsheims in Sinj und unerfüllte Versprechen zum Bau des Allgemeinen Krankenhauses hervorhob.
"Die Bewohner von Sinj haben Stolz, die Bewohner von Sinj haben Rückgrat, und wir werden nicht zulassen, dass uns jemand erniedrigt! Die kroatische Regierung hat das Entbindungsheim in Sinj geschlossen und damit direkt die Alka und unsere Tradition getroffen, und heute lassen sie sich mit den Alkarern fotografieren", so Bulj.
Er kritisierte die Regierung auch wegen des fehlenden Fortschritts im Gesundheitswesen und bei der Verkehrsanbindung und stellte fest, dass sie ihn als gewählten Bürgermeister ignorieren. Als weiteren Grund für seine Entscheidung nannte er den Fall der illegalen Entsorgung von Gefahrstoffen in der Lika, den er als "glatten Hochverrat" bezeichnete.
Leerer Stuhl und Gruß des Vojvoda
Buljs Abwesenheit war auch während der Alka selbst sichtbar. Sein Platz in der Festloge, zwischen dem Präsidenten der Ritterlichen Alka-Gesellschaft Stipe Jukić und dem Gespan von Split-Dalmatien Blaženko Boban, blieb leer. Darauf bezog sich zu Beginn des Wettbewerbs auch der Alka-Vojvoda Marijo Šušnjara mit den Worten: "Gruß auch an Bürgermeister Miro Bulj, wo auch immer er sein mag!"
An der diesjährigen Alka nahmen auch Staatspräsident Zoran Milanović, Premierminister Andrej Plenković sowie der Präsident des kroatischen Parlaments Gordan Jandroković und der Präsident der HDZ BiH Dragan Čović teil. Milanović und Plenković saßen in der Festloge nicht nebeneinander, zwischen ihnen saßen Čović und Jandroković mit seiner Ehefrau.
Glückwünsche an den Sieger und Ankündigungen aus Sinj
Trotz der politischen Spannungen übermittelte die kroatische Regierung Glückwünsche an den Sieger der 311. Sinjska alka, Tin Radanović, der mit 12 Treffern triumphierte. "Die Sinjska alka ist der Stolz von Sinj, der Cetinska krajina und ganz Kroatiens, und die kroatische Regierung wird weiterhin stark ihre Förderung und die Arbeit des VAD Sinj unterstützen", hieß es.
Am selben Tag kam aus Sinj auch die Ankündigung einer Senkung der Kraftstoffpreise. Ab Dienstag wird Benzin um 6 Cent pro Liter billiger, Diesel um 4 Cent, blauer Diesel um 3 Cent und Flüssiggas sogar um 8 Cent pro Liter, sowohl in Tanks als auch in Flaschen. Zudem wurde die Neuerung eingeführt, dass die Kraftstoffpreise nicht mehr zweiwöchentlich, sondern wöchentlich begrenzt werden.
Plenković zum Abfall in der Lika: Verantwortliche werden zur Rechenschaft gezogen
Premierminister Andrej Plenković äußerte sich auch zur Affäre um den Abfall in der Lika, die Bulj als einen der Gründe für seinen Protest angeführt hatte. "Alle, die für die Ablagerung von Abfällen in Gospić und der Lika verantwortlich sind, müssen zur Rechenschaft gezogen werden, und damit befassen sich die zuständigen Behörden. Das Ministerium für Umweltschutz und grüne Transformation und der Umweltfonds haben die Aufgabe, diesen Abfall zu sanieren, aber das muss über ein rechtmäßiges und transparentes Verfahren erfolgen", so Plenković und fügte hinzu, dass das Problem gelöst werde, wie auch der Fall der Ballenabfälle in Varaždin gelöst wurde.