HGSS: 75 % der Verunglückten sind Einheimische
HGSS-Mitglied Petar Prpić verriet im Studio 4 des HRT, dass die öffentliche Wahrnehmung von Rettungen ausländischer Touristen in Flip-Flops nicht mit den tatsächlichen Zahlen übereinstimmt.
HGSS-Mitglied Petar Prpić verriet im Studio 4 des HRT, dass die öffentliche Wahrnehmung von Rettungen ausländischer Touristen in Flip-Flops nicht mit den tatsächlichen Zahlen übereinstimmt.
Die Kroatische Bergrettung (HGSS) ist während der Sommersaison täglich im Einsatz, und laut Petar Prpić, einem Mitglied der HGSS, gibt es durchschnittlich drei bis vier Einsätze pro Tag. Als Gast im Studio 4 des HRT am 13. August 2026 beschrieb Prpić, wie die diesjährige Rettungssaison verläuft.
"Der Sommer ist intensiv, aber nichts, was wir nicht gewohnt sind. Die Mitglieder der HGSS sind täglich im Einsatz, wir haben drei bis vier Einsätze pro Tag. Wir sind rund um die Uhr da, wie immer", sagte Prpić gegenüber HRT.
Prpić ging auf die weit verbreitete Vorstellung der Öffentlichkeit ein, dass die HGSS am häufigsten ausländische Touristen rettet, die in ungeeignetem Schuhwerk anspruchsvolle Berggebiete aufsuchen. Die Zahlen erzählen jedoch eine ganz andere Geschichte. Laut den von Prpić vorgelegten Daten sind 75 Prozent der Verunglückten kroatische Staatsbürger, während Ausländer in Flip-Flops eine Seltenheit sind, weniger als ein Prozent aller Einsätze. "Die öffentliche Wahrnehmung ist, dass es sich meist um Ausländer in Flip-Flops handelt, aber die Zahlen sagen etwas anderes. 75 Prozent der von der HGSS Geretteten sind kroatische Staatsbürger. Flip-Flops sind ein urbaner Mythos. Natürlich gibt es immer Dinge, die uns überraschen, aber die machen weniger als ein Prozent aus", erklärte Prpić.
Drei Viertel aller Geretteten sind also Einheimische, während Fälle, die die Retter wirklich überraschen, wie Ausländer in Flip-Flops, weniger als ein Prozent aller Einsätze ausmachen. Diese Statistik widerlegt den Mythos von unverantwortlichen Touristen und zeigt, dass auch einheimische Wanderer sich der Risiken bewusst sein müssen.
Zu den häufigsten Gründen, warum die HGSS ausrückt, gehören Unfälle in den Bergen, Dehydrierung und Erschöpfung sowie die Suche nach vermissten Personen. Prpić erklärte, dass immer mehr Menschen in nicht urbanisierte und schwer zugängliche Gebiete gehen, was zu einer höheren Zahl von Unfällen führt. Ein besonderes Risiko stellen abgelegene Orte dar, an denen es kein Mobilfunksignal und keinen schnellen Straßenzugang gibt, was auch die Rettungsaktion selbst erschwert.
Die Statistik zeigt, dass der Umfang der Einsätze von Jahr zu Jahr langsam zunimmt, und Prpić führt dies auch auf die große Zahl von Besuchern zurück, die nach Kroatien kommen. Er betonte, dass die Arbeit der HGSS nicht nur auf Rettung beschränkt ist. "Neben den täglichen Einsätzen investiert die HGSS auch viel in Prävention, Kartierung von Wegen, persönliche Ausbildung und Schulungen. Der Arbeitsumfang ist viel breiter, wenn man ihn nur mit den Einsätzen vergleicht, die wir haben", betonte er.
Prpić warnte, dass mangelnde Ausrüstung vor allem fehlendes Wasser, einen leeren Akku des Handys sowie ungeeignete Kleidung und Schuhe bedeutet. Vor einer Wanderung sollte man sich auch mit der geplanten Route vertraut machen, die Wetterbedingungen prüfen und Angehörige über den Reiseplan informieren. "So verringern Sie die Chance, dass Ihnen etwas passiert. Natürlich passieren Unfälle auch den am besten Ausgerüsteten und Vorbereiteten, aber das Gesetz der großen Zahlen spricht für sich", schloss Prpić.
Die HGSS betont außerdem, wie wichtig es ist, ausreichend Wasser und Verpflegung sowie ein voll aufgeladenes Handy mitzunehmen, und warnt besonders vor den Gefahren eines späten Aufbruchs und dem Ignorieren von Erschöpfungszeichen. Bei gesundheitlichen Problemen oder Orientierungsverlust wird empfohlen, sofort anzuhalten und Hilfe zu suchen, denn bei Rettungsaktionen zählt jede Minute.