Die kroatische Landwirtschaftskammer (HPK) hat am Montag, dem 10. August 2026, einen dringenden Appell an alle landwirtschaftlichen Betriebe gerichtet, die Schweine halten, sich ausnahmslos und unverzüglich an die gesetzlich vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen zu halten. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) stellt bereits im dritten Jahr eine der größten Bedrohungen für die kroatische Schweinehaltung dar, und die Kammer betont, dass es sich um eine äußerst gefährliche Infektionskrankheit handelt, für die es weder einen Impfstoff noch eine wirksame Behandlung gibt.
Die HPK appellierte insbesondere an die Betriebe, die ihre Anlagen und die Art der Schweinehaltung noch nicht an die vorgeschriebenen Mindestanforderungen an die Biosicherheit angepasst haben, dies sofort zu tun. "Dieser Appell ist keine Aufforderung, einen Schuldigen zu suchen, und bedeutet auch nicht, dass die HPK den kroatischen Schweinehaltern die Verantwortung für die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zuschreibt", betonte die Kammer.
Sorge um Fehlinformationen in sozialen Medien
Der Präsident der HPK, Željko Mihelić, äußerte besondere Besorgnis über die wachsende Zahl von Beiträgen in sozialen Medien, die falsche Informationen verbreiten. "Mit besonderer Sorge verfolgen wir die immer häufigeren Beiträge in sozialen Medien, in denen Einzelpersonen ohne fachliche Grundlage die Existenz der Afrikanischen Schweinepest leugnen oder behaupten, dass gesunde Schweine ohne triftigen Grund getötet werden", erklärte Mihelić. Er betonte, dass solche Botschaften Zweifel hervorrufen, die Züchter verunsichern und dazu führen können, dass wichtige Schutzmaßnahmen ignoriert werden.
Mihelić appellierte an alle Landwirte, den Schutz ihrer Betriebe nicht auf unbestätigte Informationen zu stützen, sondern ausschließlich auf die Anweisungen der Veterinärmedizin und die gesetzlich festgelegten Biosicherheitsmaßnahmen.
Verantwortung aller Beteiligten im System
Die HPK betonte, dass die erfolgreiche Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest nur möglich ist, wenn jeder Beteiligte im System seine Pflichten verantwortungsbewusst erfüllt. Sie wies darauf hin, dass die Verantwortung nicht nur bei den Schweinehaltern liegt, sondern auch bei Jagdberechtigten, Jägern, der Veterinärmedizin, den zuständigen Behörden, Transportunternehmen, Forstarbeitern und allen Personen, die mit dem Virus in Kontakt kommen können.
Ein besonderer Appell richtete sich an alle, die mit Wildschweinen in Kontakt kommen. Vor dem Betreten von Betrieben, in denen Schweine gehalten werden, müssen sie unbedingt Schuhe, Kleidung, Ausrüstung und Fahrzeuge desinfizieren und die vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen konsequent einhalten.
"Die Afrikanische Schweinepest werden wir nicht besiegen, indem wir gegenseitig den Schuldigen suchen. Wir werden sie nur besiegen, wenn jeder von uns verantwortungsbewusst das tut, was seine gesetzliche und berufliche Pflicht ist", schloss Mihelić.