Kroaten gespalten über höhere Veteranenrenten
Ab dem 1. Januar nächsten Jahres erhalten rund 200.000 Veteranen erhöhte Renten, und die Gesetzesänderungen bringen auch Änderungen für 27.000 aktive Militärangehörige und Polizisten.
Ab dem 1. Januar nächsten Jahres erhalten rund 200.000 Veteranen erhöhte Renten, und die Gesetzesänderungen bringen auch Änderungen für 27.000 aktive Militärangehörige und Polizisten.
Die Regierung der Republik Kroatien hat Änderungen zweier Gesetze vorgestellt, wonach ab dem 1. Januar nächsten Jahres die Renten für etwa 200.000 kroatische Veteranen erhöht werden. Die Änderungen betreffen auch 27.000 aktive Militärangehörige und Polizeibeamte; die Details wurden auf einer Pressekonferenz von den Ministern Tomo Medved und Alen Ružić bekannt gegeben.
Nach der neuen Berechnung wird die Mindestrente für den Kampfsektor nicht mehr mit einem Satz von sechs Cent pro Teilnahmetag berechnet, sondern beträgt drei Euro pro Monat. Dies stellt eine Erhöhung von etwa einem Euro monatlich im Vergleich zum derzeitigen Stand dar. Für Angehörige des Nichtkampfsektors ist eine Erhöhung von einem halben Euro pro Monat vorgesehen.
Deutlich steigt auch der Rentenzuschlag in Abhängigkeit von der im Kampfsektor verbrachten Zeit. Ein Jahr bringt 36 Euro monatlich, drei Jahre 108 Euro und fünf Jahre sogar 180 Euro monatlich. Ebenfalls erhöht wird die Pflegezulage für hundertprozentige kroatische Kriegsinvaliden. Die gesamten jährlichen Kosten dieser Änderungen werden auf 88,5 Millionen Euro geschätzt; die Mittel sollen nach aktuellem Plan durch Umschichtungen innerhalb des Staatshaushalts bereitgestellt werden.
In der regelmäßigen Rubrik "Wir fragen Sie" des Portals Danas.net.hr haben Bürger ihre Gedanken zu den angekündigten Änderungen geteilt. Ein Teil von ihnen begrüßt die Entscheidung, fordert jedoch gleichzeitig mehr Transparenz, um möglichen Missbrauch zu vermeiden.
"Ich bin einverstanden, aber nur, wenn es wirklich Veteranen sind, nicht diejenigen, die die Kriegszeit in Amerika oder Europa verbracht haben und sich nun mit Verdiensten brüsten", sagte Ksenija. Ihre Ansicht teilt auch Zlatka, die sagt: "Ja, aber das Register öffnen. Damit die Wahrheit sichtbar wird."
Auf der anderen Seite gibt es auch diejenigen, die meinen, diese Maßnahme hätte früher ergriffen werden müssen. "Das hätte schon längst gemacht werden müssen. Unsere Veteranen haben es verdient, denn dank ihnen haben wir unser freies Kroatien", urteilte Ivana.
Doch nicht alle Kommentare waren ausschließlich unterstützend. Einzelne Bürger stellen die Frage der Gerechtigkeit gegenüber anderen sozial benachteiligten Gruppen. "Warum leben in Kroatien nur Veteranen von Renten? Was ist mit den Älteren, den Behinderten? Haben die nicht eine solche Rentenerhöhung verdient?", fragte Žana.