Kroatien hat Ende Juli dieses Jahres erstmals in seiner Geschichte die Marke von 1,8 Millionen Versicherten überschritten, eine symbolische Schwelle, die das starke Wirtschaftswachstum des vergangenen Jahrzehnts widerspiegelt. Im Vergleich zu vor zehn Jahren ist die Zahl der Versicherten um mehr als 300.000 gestiegen, also um fast ein Viertel. Doch hinter dieser beeindruckenden Zahl verbirgt sich ein besorgniserregender Abwärtstrend.
Wachstum neuer Arbeitsplätze fällt auf nur 0,9 Prozent
Obwohl der Juli, auf dem Höhepunkt der Tourismussaison, traditionell eine Zeit verstärkter Einstellungen ist, ist die Dynamik bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze in diesem Jahr deutlich schwächer. Innerhalb eines Jahres kamen auf dem kroatischen Arbeitsmarkt nur 14.000 neue Arbeitsplätze hinzu, was einem Anstieg der neuen Beschäftigung von lediglich 0,9 Prozent entspricht. Das ist das langsamste Wachstumstempo seit 2015, abgesehen vom Pandemiejahr 2020.
Die Daten deuten eindeutig darauf hin, dass der Arbeitsmarkt seine Obergrenze erreicht hat. Selbst der IT-Sektor, der jahrelang ein Motor für neue Arbeitsplätze war, fördert die Beschäftigung nicht mehr wie früher. Die Wirtschaft verlangsamt sich, und der Trend ist zunehmend absteigend, in Richtung Stagnation.
Plenkovićs Regierung und das Marketingpotenzial der Zahlen
Das Erreichen von 1,8 Millionen Versicherten stellt einen wichtigen symbolischen Wendepunkt dar, den die Regierung von Plenković Schätzungen zufolge gut für ihre Erfolgsbilanz zu nutzen wissen wird. Experten warnen jedoch davor, die Lobeshymnen zu übertreiben, da der grundlegende Trend besorgniserregend ist. Die Zahlen zeigen, dass sich die Wirtschaft abkühlt und der Arbeitsmarkt nicht mehr den Schwung hat, den er in den Vorjahren hatte.
Während der Anstieg der Versichertenzahlen um fast ein Viertel in zehn Jahren zweifellos das Ergebnis eines starken Konjunkturzyklus ist, deuten die aktuellen Daten über einen Zuwachs von nur 14.000 Arbeitsplätzen innerhalb eines Jahres darauf hin, dass dieser Zyklus sich dem Ende zuneigt.