Ikone der Legia über Livaja für die Polen: 'Auf der Bank bringt er das größte Opfer'
Ivica Vrdoljak, ehemaliger Spieler der Legia Warschau, analysierte für TVP Sport Hajduk vor dem Duell mit Raków und sprach offen über Marko Livaja.
Ivica Vrdoljak, ehemaliger Spieler der Legia Warschau, analysierte für TVP Sport Hajduk vor dem Duell mit Raków und sprach offen über Marko Livaja.
Vor dem Donnerstagsspiel auf dem Poljud, wo Hajduk in den Play-offs der Conference League das polnische Raków empfängt, reißt die Aufmerksamkeit auf beiden Seiten nicht ab. Die polnischen Medien, angeführt von TVP Sport, suchten die Meinung von Ivica Vrdoljak, dem ehemaligen Mittelfeldspieler von Dinamo, der 2010 zu Legia Warschau wechselte und dort tiefe Spuren hinterließ, mit fast 200 Einsätzen für den Verein.
Vrdoljak sprach für TVP Sport über den Druck, der den Verein aus Split begleitet. "Hajduk wartet seit 2005 auf die Meisterschaft und seit 2011 auf Europa, und dieses Duell mit Raków wird als eine einzigartige Gelegenheit behandelt, diese Durststrecke zu beenden", erklärte er.
Er fügte eine schärfere Bewertung hinzu: "Ein spezifischer Verein, der keine Kritik duldet, will wie Dinamo behandelt werden, aber seit über 20 Jahren keinen Titel holen kann. Zum Vergleich: Rijeka hat es zweimal geschafft."
Dabei hob er auch Probleme hervor, die er in der polnischen Mannschaft sieht: "Ich bin überrascht, dass Raków die Saison mit drei Niederlagen eröffnet hat, jedes Mal 1:2. Ich habe sie gegen Śląsk gesehen, sie hätten nicht verlieren müssen. Sie führten 1:0 und kassierten dann Tore in der Schlussphase. Auch am Sonntag gingen sie in Führung, aber Cracovia drehte das Spiel. Raków hat vor der Saison Schlüsselspieler wie Zoran Arsenić, Ivi Lopez und Jonatan Braut Brunes verloren, und auch Trainer Marek Papszun ist gegangen. Die Mannschaft wird praktisch neu aufgebaut, und einige Spieler sind noch verletzt."
Über Hajduks größten Star Marko Livaja hatte Vrdoljak eine interessante Meinung, die in kroatischen Medien selten zu hören ist. Er erinnerte sich an dessen Ankunft vor fünf Jahren und verglich sie mit dem heutigen Status.
"Als er vor fünf Jahren kam, war er der beste Spieler der kroatischen Liga, jetzt ist er in den Top 3. Mit ihm erzielt Hajduk die gleichen Ergebnisse wie zuvor. Keine Titel, in Europa scheiden sie in den Qualifikationen aus. In 21 Europapokaleinsätzen in diesen Jahren hat er nur ein Tor erzielt, zu wenig für einen Mannschaftsführer. Es fehlt ihm an Tempo und Kondition, aber er ist immer noch gefährlich, wenn Hajduk in der gegnerischen Hälfte spielt. Wenn der Trainer ihn auf die Bank setzt, was immer häufiger vorkommt, dann bringt er das größte Opfer im Verein."
Vrdoljak erinnerte auch an Hajduks langjähriges europäisches Versagen: Zuletzt standen sie in der Saison 2010/11 in der Gruppenphase eines Wettbewerbs, in der Europa League, wo sie in einer Gruppe mit AEK, Anderlecht und Zenit Letzter wurden. Seitdem sind sie in den Qualifikationen fünfzehn Mal in Folge gescheitert, und zu denen, die sie ausschalteten, gehörten das georgische Dila Gori, das israelische Maccabi Tel Aviv, das kasachische Tobol, das slowakische Ružomberok und in der letzten Saison das albanische Dinamo Tirana.
Vrdoljak brachte den Polen auch den Spielstil der Mannschaft von Gonzalo García näher: "Sie bauen Angriffe geduldig auf, haben immer hohen Druck nach Ballverlust. Sie spielen modernen 'spanischen Fußball'. Sie sind nach vorne stärker als defensiv, auswärts sind sie schlechter als zu Hause."
Trotz aller Mängel, die er nannte, machte der ehemalige Dinamo-Spieler klar, für wen er in diesem Duell die Daumen drückt: "Ich würde mir wünschen, dass sie weiterkommen, nicht Raków." Dabei betonte er, dass die Chancen ausgeglichen seien: "Hajduks Vorteil ist der Heimvorteil und die Atmosphäre in Split. Auf der anderen Seite hat Raków europäische Erfahrung und weiß, wie man solche Spiele spielt."