Der Präsident des Internationalen Fußballverbands (FIFA), Gianni Infantino, steht im Zentrum schwerwiegender Vorwürfe, nachdem die britische Tageszeitung The Telegraph am Freitag, dem 7. August 2026, eine Untersuchung über seine angebliche Affäre mit einer jüngeren Mitarbeiterin veröffentlicht hat, während er das Amt des Generalsekretärs des Europäischen Fußballverbands (UEFA) innehatte. Berichten zufolge soll Infantino, der verheiratet ist und vier Kinder hat, Gelder der europäischen Fußball-Dachorganisation verwendet haben, um der Frau eine Abfindung zu zahlen und ihre betriebswirtschaftliche Ausbildung zu finanzieren.
Beziehung, Beförderung und hohe Zahlung
Die sich auf mehrere Zeugen und ehemalige hochrangige UEFA-Funktionäre beruft, soll die angebliche Beziehung begonnen haben, während die Frau in einer administrativen Position arbeitete. Während der Dauer der Beziehung soll Infantino sie in eine leitende Managementposition befördert haben, mit einer Gehaltserhöhung von 30 Prozent. Nachdem die Beziehung aufgedeckt wurde, wurde ihr Ausscheiden aus der Organisation mit einer Abfindung vereinbart, deren Betrag mindestens im sechsstelligen Bereich liegt. Darüber hinaus zahlte die UEFA auch ihr einjähriges MBA-Studium an einer örtlichen Business School in Höhe von 45.000 Pfund. Berichten zufolge betrug ihr monatliches Gehalt nach der Beförderung 147.000 Pfund.
Platinis Ultimatum: "Sie oder du?"
Ein entscheidender Moment, so die Aussagen gegenüber dem Telegraph, ereignete sich, als der damalige UEFA-Präsident Michel Platini von der angeblichen Affäre erfuhr. Eine eingeweihte Quelle erzählte:
"Er machte einen großen Fehler, der ihn fast seine Karriere gekostet hätte. Die Leute [innerhalb der UEFA] sagten zu Platini: 'Du musst ihn feuern.'"
Eine andere Quelle fügte hinzu, dass Platini sich direkt mit Infantino konfrontierte:
"Platini stellte Gianni vor die Wahl, ungefähr mit den Worten: 'Sie oder du?', worauf Gianni antwortete: 'Sie geht', und sie ging."
Nach diesem Gespräch verließ die Frau die UEFA, und Infantino soll seine Kontakte genutzt haben, um ihr einen neuen, gut bezahlten Job in einem ähnlichen Bereich zu sichern.
UEFA bestätigt Zahlungen, FIFA bestreitet alles
In einer am Freitagabend veröffentlichten Erklärung bestätigte die UEFA die finanziellen Transaktionen.
"Wir sind uns der Vorwürfe bewusst und können bestätigen, dass der betreffenden Person eine Abfindung gezahlt wurde und dass auch die Master-Studiengebühren an einer örtlichen Business School bezahlt wurden. Die Zahlung erfolgte gemäß den damals geltenden Regeln. Seit 2016 wurden die Regeln geändert und verschärft, sie gelten für alle UEFA-Mitarbeiter auf allen Ebenen und sind das Bild einer modernen Organisation",
erklärte ein UEFA-Sprecher.
Die FIFA hingegen wies alle Vorwürfe scharf zurück.
"Der FIFA-Präsident Gianni Infantino weist alle Vorwürfe zurück und stellt klar, dass sie nicht wahr sind. Jegliche Andeutungen über Fehlverhalten und Verstöße gegen Statuten und Reglement sind böswillig. Kein Mitarbeiter der UEFA oder FIFA hat jemals eine Beschwerde über das Verhalten von Herrn Infantino eingereicht, weil es nie einen Grund dafür gab oder einen Vorfall, an dem er beteiligt war. Alle Maßnahmen im Umgang mit Mitarbeitern, einschließlich Abfindungen beim Ausscheiden, wurden stets in Übereinstimmung mit den Regeln durchgeführt",
so ein FIFA-Sprecher.
Unterschiedliche Versionen der Ereignisse
Der Fall hat zu zwei widersprüchlichen Versionen geführt. Während The Telegraph und die von ihm befragten Zeugen einen ernsthaften Skandal beschreiben, der Infantino fast seine Karriere bei der UEFA gekostet hätte, bevor er 2016 FIFA-Chef wurde, ist die offizielle Position der FIFA, dass alle Vorwürfe falsch und böswillig sind. Die UEFA ihrerseits räumt ein, dass Zahlungen erfolgt sind, besteht aber darauf, dass alles im Einklang mit den damals geltenden Vorschriften stand, die später verschärft wurden. Michel Platini, dessen Name als Schlüsselfigur bei der Lösung der Situation genannt wird, hat auf die Anfrage des Telegraph um einen Kommentar nicht reagiert.