Nach fast einem Jahr Wettkampfpause ist der norwegische Leichtathlet Jakob Ingebrigtsen mit einem Paukenschlag zurückgekehrt und hat in Birmingham seinen vierten EM-Titel in Folge über 5000 Meter gewonnen. Der zweifache Welt- und Olympiasieger siegte in 13 Minuten und 15,29 Sekunden und ließ den Deutschen Florian Bremm sowie den Franzosen Etienne Daguinos hinter sich.
Comeback nach Operation
Ingebrigtsen hatte seit der Weltmeisterschaft in Tokio nicht mehr an Wettkämpfen teilgenommen und sich Anfang 2026 einem schwerwiegenden gesundheitlichen Eingriff unterzogen. Laut Sportklub ließ sich der Norweger im Januar an der Achillessehne operieren, während Channel News Asia von einer Operation der linken Achillessehne im Februar berichtet, die Quellen sind sich über den genauen Monat uneinig.
Trotz der langen Pause und nur sechs Wochen intensiveren Trainings vor seinem Auftritt in Birmingham zeigte sich der 25-Jährige unbeeindruckt. Das Rennen begann mit einem langsamen Tempo, die erste Kilometerpassage wurde in 2:45 Minuten absolviert. Ingebrigtsen hielt sich geduldig im Mittelfeld der Gruppe auf und zog seine entscheidende Attacke erst im Schlussspurt, als er Bremm (13:15.60) und Daguinos (13:16.09) im Finish vor der Ziellinie überholte. Der französische 10.000-Meter-Weltmeister Jimmy Gressier wurde Vierter.
"Ich habe vor zwei Wochen von diesem Moment geträumt, als ich meinen Namen auf die Liste gesetzt habe", sagte Ingebrigtsen gegenüber Sportklub und feierte auf der Bahn mit der norwegischen Flagge über der Schulter.
Schilder schreibt Geschichte im Kugelstoßen
Am selben Tag sicherte sich die niederländische Kugelstoßerin Jessica Schilder im Alexander Stadium in Birmingham ihre erste Goldmedaille bei den Europameisterschaften, zugleich ihr dritter EM-Titel in Folge in dieser Disziplin. Damit ist sie die erste Athletin, der dies seit der Russin Nadeschda Tschischowa gelang, die zwischen 1966 und 1974 vier Titel gewann.
Schilder, Weltmeisterin von Tokio 2025, dominierte den Wettkampf von Beginn an. Sie übernahm bereits mit ihrem ersten Stoß die Führung und gab sie bis zum Ende nicht mehr ab. Obwohl der Titel bereits sicher war, stieß sie im letzten Versuch 20,73 Meter und untermauerte damit ihre Überlegenheit. Den zweiten Platz belegte ihre Landsfrau Jorinde van Klinken mit 19,64 Metern, Dritte wurde die Deutsche Yemisi Mabry (19,50 Meter).
Schilder war als klare Favoritin nach Birmingham gereist, insbesondere nachdem sie Anfang Mai dieses Jahres 21,09 Meter gestoßen hatte, die beste Weite der Welt seit 2012.