Iranische Streitkräfte bombardierten im Juli 2026 fünf Tage in Folge drei amerikanische Militärstützpunkte in Jordanien, wobei sie unbemannte Drohnen und ballistische Raketen einsetzten, um die amerikanische Luftverteidigung zu durchbrechen. Laut einem Bericht der New York Times gelang den Iranern dies am fünften Tag der Angriffe, was zum Tod von drei amerikanischen Soldaten und zur Verwundung von über hundert weiteren führte.
Die Angriffe richteten sich in erster Linie gegen den Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti in Azraq, eine jordanische Militäreinrichtung, die die US Air Force zunehmend als Hauptzentrum für Dutzende von Flugzeugen und mehrere tausend Soldaten nutzt. Bei ihrem Durchbruch der Luftverteidigung setzten die iranischen Streitkräfte Raketen ein, die zu plötzlichen Flugbahnänderungen fähig sind, eine Taktik, die sie nach verfügbaren Informationen von den russischen Streitkräften übernommen haben.
Abfangraketen im Wert von 200 Millionen Dollar an einem Tag
Zwei amerikanische Beamte enthüllten, dass die US-Streitkräfte allein an einem Tag in dieser tödlichen Woche etwa 50 Patriot PAC-3-Abfangraketen abgefeuert haben. Jede dieser Abfangraketen kostet etwa vier Millionen Dollar, was bedeutet, dass innerhalb von 24 Stunden Waffen im Gesamtwert von 200 Millionen Dollar abgefeuert wurden. Dieser intensive Verbrauch an Abfangraketen belastete die ohnehin begrenzten amerikanischen Vorräte zusätzlich.
Der entscheidende Schlag erfolgte am 17. Juli 2026, als eine iranische Rakete modulare Wohncontainer auf einem der Stützpunkte traf. Bei dem Angriff wurden drei amerikanische Soldaten getötet, über hundert verletzt und mehrere Flugzeuge beschädigt. Dieser Vorfall stellt den tödlichsten iranischen Angriff auf amerikanische Streitkräfte in Jordanien seit Beginn des Konflikts dar.
Hegseths Fehleinschätzung
Bereits am 8. April 2026 hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gegenüber Journalisten erklärt, das iranische Raketenprogramm sei "funktional zerstört" und beschrieb die iranischen Abschussvorrichtungen und Raketen als "erschöpft, dezimiert und nahezu völlig wirkungslos". Die Juli-Angriffe zeigten, dass diese Einschätzung weit von der Realität entfernt war.
Der Großteil der iranischen Raketen und Abschussvorrichtungen war in riesigen unterirdischen Anlagen gelagert, die amerikanische und israelische Streitkräfte in den ersten fünf Kriegswochen heftig bombardiert hatten. Dem Iran gelang es jedoch, viele dieser Standorte auszuheben und den Beschuss fortzusetzen. Die Folgen waren auch in der Straße von Hormus zu spüren, wo die Schifffahrt nahezu vollständig zum Erliegen kam, was die globalen Handelsrouten gefährdete.
Iran wartete auf seinen Moment
Vali Nasr, Professor an der School of Advanced International Studies der Johns Hopkins University, erklärte, dass Präsident Donald Trump und seine nationalen Sicherheitsberater davon ausgegangen seien, dass die Kämpfe kurz sein und die verfügbaren Patriot-Abfangraketenbestände des Pentagons nicht gefährden würden. Doch nach den Worten von Nasr und anderen Iran-Experten habe Teheran seit Beginn des Konflikts vor mehr als fünf Monaten auf diesen Moment gewartet.
Während des zwölftägigen Krieges im Juni 2025 hätten die iranischen Führer aus erster Hand gesehen, wie schnell israelische und amerikanische Streitkräfte ballistische Raketen mit Abfangraketen durchbrechen können, um Salven iranischer Drohnen und Projektile abzuwehren. Diese Erfahrung wurde offenbar genutzt, um eine neue Taktik zu entwickeln, die sich nun als erfolgreich erwiesen hat.
Das Pentagon sieht sich auch Monate nach dem offiziellen Ende der großen Kämpfe Anfang April 2026 weiterhin einer erheblichen Bedrohung gegenüber, was darauf hindeutet, dass der Konflikt im Nahen Osten in eine neue, möglicherweise länger andauernde Phase eintritt.