Iva Majoli, kroatische Tennislegende und Gewinnerin der French Open 1997, scheut an ihrem 49. Geburtstag nicht vor Themen zurück, die ihr Leben abseits des Platzes geprägt haben. In einem offenen Gespräch mit dem Podcast Inkubator sprach die ehemalige Nummer vier der Welt über geschäftliche Misserfolge, ihre gescheiterte Ehe und die Herausforderungen, denen sie sich nach dem Ende ihrer Karriere stellen musste.
Vom Weltklasse-Tennis zu geschäftlichen Herausforderungen
Die gebürtige Zagreberin gewann in ihrer Karriere acht WTA-Turniere, der Höhepunkt kam 1997 auf dem Pariser Sand. Damals besiegte sie im Finale mit 6:4, 6:2 die damalige Weltranglistenerste Martina Hingis, die bis zu diesem Match eine unglaubliche Bilanz von 37 Siegen ohne Niederlage in dieser Saison hatte. Auf dem Weg zur Trophäe schaltete Majoli nacheinander Sandra Kleinová, Alexandra Fusai, Ann Grossman-Wunderlich, Lindsay Davenport, Ruxandra Dragomir und Amanda Coetzer aus.
Doch nach dem Ende ihrer Karriere im Jahr 2004 folgte eine Zeit, die sie vor ganz andere Herausforderungen stellte. Eines ihrer größten geschäftlichen Projekte war das Tenniszentrum am Zagreber Cmrok, das mit Schulden von 59 Millionen Kuna in die Insolvenz ging. Das Zentrum wurde vor etwas mehr als fünf Jahren für 22,2 Millionen Kuna verkauft.
'Ich habe es mir selbst eingebrockt und mache weiter'
Majoli verhehlte ihre Enttäuschung nicht, übernahm aber auch Verantwortung für ihre eigenen Fehler. "Man versucht Dinge zu tun, die man nicht kann ... Ich habe einen Haufen Fehler gemacht und eine Menge Geld ist den Bach runtergegangen", gab sie offen zu.
Trotz allem betont sie, dass sie gestärkt aus allem hervorgegangen ist und bereit für neue Anfänge ist. "Ihr könnt mich beschimpfen, aber ich sage immer: Ich habe es mir selbst eingebrockt und mache weiter! Ich erschaffe weiter und bin wertvoll, mit meinem Wissen und meiner Erfahrung kann ich in manchen Dingen viel mehr erreichen. Für mich ist das Leben", so die ehemalige Tennisspielerin.
Privatleben: Von der Scheidung zur Hochzeit in Mailand
Auch privat blieb es nicht ohne Turbulenzen. Sechs Jahre war sie mit dem Unternehmer Stipo Marić verheiratet, mit dem sie ihre Tochter Mia hat, heute 20 Jahre alt. Ihre Beziehung war von gegenseitigen Vorwürfen und Streitigkeiten geprägt, die Ehe wurde schließlich 2012 beendet.
Neues Glück fand sie zehn Jahre später. 2022 heiratete sie den italienischen Geschäftsmann Roberto Calegari, die Hochzeit fand in Mailand statt. Heute lebt sie in dieser italienischen Stadt, zusammen mit ihrer Tochter Mia.
Ende der Ära als Teamchefin
Neben geschäftlichen und privaten Herausforderungen verabschiedete sich Majoli auch von einer weiteren wichtigen Rolle. Ganze 12 Jahre war sie Teamchefin der kroatischen Frauen-Nationalmannschaft im Billie Jean King Cup, dem ehemaligen Fed Cup. Ihre Amtszeit endete im März des vorletzten Jahres, als Marin Bradarić zu ihrem Nachfolger ernannt wurde.
Auch wenn das Team am Ende ihrer Amtszeit in die Zweite Gruppe der Europa-Afrika-Zone abgerutscht war, bleibt Majoli auch für Engagements wie beim United Cup in Australien in Erinnerung, wo sie an der Seite der kroatischen Tennisspieler und Tennisspielerinnen stand.