Die Journalistin Iva Hanzen verließ Zagreb vor drei Jahren, als Hauptgrund nannte sie das Burnout-Syndrom am Arbeitsplatz. Sie verkaufte ihre Wohnung, zahlte den Kredit zurück und kaufte ein Anwesen bei Sveti Ivan Zelina. Seitdem teilt sie ihre Erfahrungen regelmäßig in den sozialen Medien, doch in ihrem neuesten Instagram-Post zeigte sie auch die weniger glamouröse Seite des Landlebens.
In dem von ihr veröffentlichten Video hob Hanzen fünf konkrete Dinge hervor, die ihrer Meinung nach beweisen, dass das Leben auf dem Land alles andere als bequem ist. "Als ich aus Zagreb aufs Land zog, waren die Leute entsetzt. Drei Jahre später ist das Land ein führender Trend, nicht weil alle plötzlich verstanden haben, dass sie Kühe melken und Strohhäuser bauen wollen, sondern weil das Land als bequemer Lebensstil präsentiert wird", sagte Hanzen in dem Video.
Anderthalb Jahre ohne Wasser und Badezimmer
Das erste, was sie hervorhob, betraf die Infrastruktur und die schwierigen Bedingungen, mit denen sie bei ihrer Ankunft konfrontiert war. "Zuallererst ist das Land ein schweres Kreuz. Zum Beispiel habe ich bewusst ein Anwesen ohne Wasser gekauft, mit drei Häuschen, die enorm viel Renovierung erfordern, und 2.000 Quadratmetern Grundstück, das sehr schwer zu mähen ist", erzählte sie. Sie fügte hinzu, dass sie erst nach anderthalb Jahren auf dem Anwesen Wasser und damit ein Badezimmer bekam.
Der Renovierungsprozess dauert weiterhin an, und von den drei Häuschen ist nach drei Jahren Arbeit nur eines fast fertig. "In der Stadt war ich nur Journalistin, hier bin ich Journalistin, Bauarbeiterin, Gärtnerin und alles, nur keine Frau, die den ganzen Tag im Gras liegt", sagte Hanzen und fügte hinzu, dass sie immer noch nicht wisse, wie man den Faden in den Rasenmäher einfädelt.
Einbruchsversuch und Sicherheitsfrage
Als zweites nannte Hanzen, dass das Land nichts für eine Frau ist, die allein ist, und betonte die Bedeutung des Lebens in einer Gemeinschaft. "Hier versteht man, warum Menschen in Gemeinschaften leben. Unter anderem, weil manche Dinge physisch nicht allein zu bewältigen sind", erklärte sie. Besonders hob sie die Sicherheitsfrage hervor und enthüllte eine erschreckende Erfahrung. "Letzten Sommer haben zwei Typen versucht, in mein Haus einzudringen, also eine absolut gruselige Situation", sagte sie.
Das dritte, was sie ansprach, betraf die Natur des heutigen Dorfes. "Das Dorf existiert nicht mehr", sagte Hanzen und kritisierte romantische Vorstellungen von einer solidarischen Dorfgemeinschaft. "Man sagt: ‚Wende dich an die Nachbarn.' Welche Nachbarn? Dieses Bild ist längst verschwunden. Außerdem beschäftigt sich fast niemand mehr mit Viehzucht, Landwirtschaft und so weiter, und an diese lokalen Produkte ist es fast unmöglich zu kommen", fügte sie hinzu.
Finanzen und die endgültige Wahrheit
Der vierte Mythos, den sie zerstörte, betraf die Finanzen. "Das Leben auf dem Land ist nicht kostenlos. Ja, man produziert viel selbst, aber man produziert nicht alles, zum Beispiel Hygieneartikel, man produziert keine Nebenkosten, es sei denn, man ist off-grid, was extrem teuer ist", betonte Hanzen.
Zum Schluss sagte sie, dass die ländliche Idylle tatsächlich nur eine Fassade sei. "Letztendlich ist das Leben auf dem Land nur eine Kulisse. Wenn ihr also eine neue Erfahrung, neue Fähigkeiten, ein neues Abenteuer wollt, das euch aus den Schuhen haut, geht aufs Land, aber denkt daran: Das Land ist nur eine Kulisse. Die Menschen in der Stadt sind müde und denken deshalb, das Land sei das Gegenteil, aber dieser Gegensatz ist nur visuell", schloss sie.
Hanzen hatte bereits früher über ihren Umzug gesprochen, als Gast in der HRT-Sendung "Nedjeljom u 2", wo sie sagte: "Ich denke, es ist wichtig zu betonen, dass das Land nicht für jeden ist. Es ist nicht die ultimative Lösung all unserer Probleme."