Trotz des schrecklichen Unfalls Ende Juli ignorieren einige Fahrer in Serbien weiterhin die grundlegenden Verkehrsregeln an Bahnübergängen. Auf dem am 12. August 2026 auf der Seite der Infrastruktur der Serbischen Eisenbahn veröffentlichten Video sind deutlich Fahrer zu sehen, die die gesenkten Schranken am Bahnübergang in der Belgrader Siedlung Železnik auf der Straße nach Sremčica umfahren, ohne auf die Licht- und Tonsignale zu achten, die vor dem herannahenden Zug warnen.
Fatale Routine, die tötet
Dieses Verhalten ist besonders besorgniserregend im Zusammenhang mit der Tragödie, die sich am 27. Juli 2026 am Bahnübergang an der Straße Lalić-Odžaci ereignete. Damals erfasste ein Zug ein Auto, in dem sich eine 27-jährige Frau und ihr dreijähriger Sohn befanden. Beide starben noch am Unfallort. Die Frau war laut Informationen von Kurir im siebten Monat schwanger und hatte an diesem Morgen mit ihrem Kind einen Arzttermin.
Auch damals war die Schranke geschlossen und die Signalanlage funktionierte. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Auto völlig zertrümmert, und der Zug schob es entlang der Gleise, bevor er zum Stehen kam. Feuerwehrleute mussten das deformierte Fahrzeug aufschneiden, um zu den Verunglückten zu gelangen.
Der Bremsweg eines Zuges beträgt bis zu einem Kilometer
Die Infrastruktur der Serbischen Eisenbahn warnt, dass der Bremsweg eines Zuges zwischen 700 und 1.000 Metern liegt. Ein Zug kann einfach nicht innerhalb weniger Meter anhalten, und wenn der Lokführer ein Hindernis auf den Gleisen bemerkt, ist es oft schon zu spät für eine Reaktion.
Die Statistik ist ernüchternd: In mehr als 90 Prozent der Fälle von Unfällen an Bahnübergängen in Serbien, aber auch auf internationalen Strecken, sind sie auf die Missachtung der Vorschriften durch Fahrer von Straßenfahrzeugen zurückzuführen.
"Die Infrastruktur der Serbischen Eisenbahn warnt daher erneut und appelliert, insbesondere an Bahnübergängen die Vorschriften und die Verkehrssignalisierung zu beachten, gesenkte Schranken nicht zu umfahren, denn nur so können Unfälle vermieden und Menschenleben gerettet werden", heißt es in der Mitteilung der IŽS.
Eine Minute Warten gegenüber dem Leben
Das Problem liegt auch in dem falschen Sicherheitsgefühl, das bei Fahrern entsteht, die mehrmals ohne Konsequenzen durchkommen. Sie umfahren die Schranke einmal, zweimal, und mit der Zeit beginnen sie zu glauben, dass diese Aktion harmlos ist. Doch ein Bahnübergang verzeiht keine Fehler. Eine Sekunde Unachtsamkeit oder eine falsche Einschätzung der Zuggeschwindigkeit genügt, um katastrophale Folgen zu haben.
Ein paar Minuten Warten sind niemals ein Menschenleben wert. Eine gesenkte Schranke ist kein Hindernis, das man umfahren sollte, sondern die letzte Warnung, anzuhalten.