Dušica Radojčić, Abgeordnete von Možemo und Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Umweltschutz und Natur, forderte, dass alle Verantwortlichen für die illegale Entsorgung von Gefahrstoffabfällen in Gospić die höchsten Haftstrafen erhalten. Sie betonte auch die Notwendigkeit politischer Verantwortung der zuständigen Institutionen.
"Es bestand kein Zweifel, dass der Boden und das Grundwasser rund um die Deponie mit illegal entsorgtem und vergrabenem Gefahrstoffabfall in Gospić verschmutzt sind. Es genügte, die vertrockneten Bäume rund um die Deponie zu sehen, ein schauriger Anblick mit einer klaren Botschaft über die Auswirkungen dieses Abfalls auf die Umwelt", sagte Radojčić gegenüber Zagreb.info.
37.000 Tonnen Abfall und zehnfach erhöhte Bleikonzentrationen
Nach den Erkenntnissen der Gutachter der Geotechnischen Fakultät, die im Auftrag der USKOK erstellt wurden, sind im Gebiet von Gospić etwa 37.000 Tonnen Abfall vergraben und verstreut worden. Darunter befinden sich Rückstände aus der Behandlung von Elektroschrott, medizinischer Abfall, Kunststoffe und RDF. Die Experten stellten fest, dass es sich um ökotoxischen Abfall handelt, der ein unmittelbares oder langfristiges Risiko für die Umwelt darstellt.
An der Stelle wurden auch extrem hohe Bleikonzentrationen gemessen, sogar 1051 Milligramm pro Kilogramm Boden, was dem Zehnfachen des zulässigen Wertes entspricht. Es wurden auch tatsächliche Auswirkungen auf die Natur festgestellt, wie die Übertragung von Schadstoffen auf Pflanzen, das Verschwinden von Vegetation auf etwa 17.796 Quadratmetern sowie die Zerstörung und das Verfallen von Lebensräumen.
Ehepaar im Zentrum der Affäre
Im Zentrum der Ermittlungen steht das Ehepaar Josip und Monika Šincek. Nach Angaben der Ermittler gilt Josip Šincek als Hauptorganisator des gesamten Systems; er entwarf ein System, bei dem mit Abfall Geld verdient wurde, indem dieser nicht ordnungsgemäß entsorgt wurde. Seine Frau Monika war, wie die USKOK vermutet, entscheidend im Geschäfts- und Familiennetzwerk, über das Geschäfte vereinbart, Firmen geführt und Arbeiter vor Ort koordiniert wurden.
Das System funktionierte so, dass die Šinceks niedrigere Preise als die Konkurrenz für die Abfallentsorgung anboten. Statt einer teuren und korrekten Behandlung wurde der nach Kroatien importierte Abfall zerkleinert, mit Erde und Kies bedeckt oder mit Baumaterial vermischt. Die Differenz zwischen der berechneten Entsorgung und dem billigeren Vergraben blieb bei ihnen.
Vier Millionen Euro illegaler Gewinn
Nach Schätzungen von Europol hat das Ehepaar Šincek durch die illegale Entsorgung und das Vergraben von etwa 35.000 Tonnen Gefahrstoffabfall einen unrechtmäßigen Gewinn von rund 4 Millionen Euro erzielt. Die USKOK wirft ihnen etwa 466.000 Euro direkten illegalen Gewinns allein durch reduzierte Steuerverpflichtungen und illegale Gebühren in Kroatien vor.
Der Abfall kam hauptsächlich aus Italien, Slowenien und Deutschland nach Kroatien, ein Teil des medizinischen Abfalls stammte auch aus kroatischen Krankenhäusern. In Gospić wurde er auf das Gelände der ehemaligen PPK Velebita gebracht, wo Silos, Freiflächen und umliegendes Land genutzt wurden. Als der Platz knapp wurde, wurde auch ein Teil des Waldes gerodet.
Bedrohung des Grundwassers und Tests für Anwohner
Die Befunde zeigten hohe Konzentrationen gefährlicher PFAS-Verbindungen im Grundwasser unterhalb der Deponie, und der Standort stellt eine aktive Quelle der Ausbreitung von verschmutztem Wasser in die Umwelt dar. Obwohl das Wasserversorgungssystem von Gospić nach bisher bekannten Informationen nicht gefährdet ist, warnt Možemo, dass die möglichen Auswirkungen auf andere Wasserversorgungssysteme, die Grundwasser unterhalb des Standorts nutzen, dringend überprüft werden sollten.
Ein Teil des Grundwassers aus dem kroatischen Karstbecken speist auf natürlichem Wege Quellen im Küstenland unterhalb des Velebit und auf den Inseln, weshalb die Partei gezielte und kontinuierliche Tests potenziell gefährdeter Quellen und Systeme fordert. Der Europaabgeordnete von Možemo, Gordan Bosanac, schickte im Juni 2026 sieben Anwohner aus dem Gebiet von Gospić zu Tests auf PFAS-Verbindungen in ihrem Körper nach Brüssel. Die Ergebnisse der Analysen werden im September erwartet.