Die nordkoreanische Hackergruppe Kimsuky hat Werkzeuge auf Basis großer Sprachmodelle konstruiert und Software zur Automatisierung von Cyberangriffen, zur Analyse gestohlener Daten und zur Erstellung ausgefeilterer Phishing-Kampagnen gesammelt, teilte das südkoreanische Cybersicherheitsunternehmen Genians am Montag, dem 10. August 2026, mit.
Laut den Erkenntnissen, die von Reuters und der Japan Times zitiert wurden, hat Kimsuky eine Reihe von Tools zur lokalen Ausführung und Verwaltung von KI-Modellen installiert, darunter Ollama, GPT4All und Msty. Dieser Ansatz ermöglicht es den Betreibern, Dokumente zu verarbeiten, ohne sensible Informationen an externe KI-Dienste zu senden, wodurch die Natur ihrer Aktivitäten geschützt wird.
Phishing ist nur der Anfang: KI hält Einzug in die Malware-Entwicklung
Die Infrastruktur, die Genians mit dieser Kampagne in Verbindung brachte, offenbarte auch Tools zur Entwicklung von KI-Agenten, Software zur Sprach-zu-Text-Umwandlung sowie Cursor, ein Tool für KI-gestützte Programmierung. Diese Entdeckungen deuten darauf hin, dass Kimsuky über die bloße Nutzung generativer KI zur Erstellung von Phishing-Nachrichten hinausgeht.
In dem Bericht heißt es, dass die Gruppe nun Kapazitäten aufbaut, um bestehende KI-Modelle in den Entwicklungsprozess von Schadsoftware, die Datenanalyse und die vollständige Automatisierung von Angriffen zu integrieren. Das Unternehmen fand außerdem gefälschte Dokumente im Zusammenhang mit Finanzen und Kryptowährungen, die offenbar von KI generiert wurden und so gestaltet sind, dass sie wie authentische Anlageberichte und Geschäftsunterlagen aussehen.
Unter Kontrolle Pjöngjangs: Spionage im Dienst des Staates
Die US- und südkoreanischen Behörden sowie Cybersicherheitsexperten warnen seit Jahren davor, dass Nordkorea staatliche Cyber-Einheiten für Spionage, finanzielle Diebstähle und Einnahmenerzielung einsetzt. Das US-Finanzministerium verhängte 2023 Sanktionen gegen Kimsuky und stufte die Gruppe als Organisation für Cyber-Spionage unter direkter Kontrolle der Regierung in Pjöngjang ein.
Das Ministerium erläuterte damals, dass die Gruppe Geheimdienstinformationen sammelt, um die strategischen Ziele Nordkoreas zu unterstützen. Der neueste Bericht von Genians zeigt, dass das Regime weiterhin in immer ausgefeiltere Cyber-Werkzeuge investiert und modernste KI-Technologien in sein offensives digitales Arsenal integriert.