China hat seinen rechtlichen Rahmen für Vergeltungsmaßnahmen gegen die Vereinigten Staaten erheblich erweitert und damit seine wachsende Fähigkeit demonstriert, Schläge zu erwidern. Das neueste Paket von Gegenmaßnahmen, das am Mittwoch veröffentlicht wurde, kommt am Vorabend des erwarteten Besuchs des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in den USA im nächsten Monat und stellt eine klare Warnung an Washington dar, von weiteren technologischen Beschränkungen abzusehen, berichtet die Japan Times.
Dieser Schritt erfolgte eine Woche, nachdem die Regierung von Präsident Donald Trump ein Einfuhrverbot für neue ausländische Roboter verhängt hatte. Chinas Reaktion war schnell und vielschichtig und wurde in einer Reihe von fünf separaten Erklärungen veröffentlicht, die die Bereitschaft Pekings zeigen, den Druck zu erhöhen, während gleichzeitig Raum für eine Deeskalation der Spannungen bleibt.
Nationale Sicherheit und Exportüberwachung im Fokus
Im Zentrum des neuen Maßnahmenpakets steht die erste Untersuchung zur nationalen Sicherheit, die nach dem kürzlich überarbeiteten Außenhandelsgesetz eingeleitet wurde. Diese Untersuchung stellt ein entscheidendes neues Werkzeug im chinesischen Rechtsarsenal dar und ermöglicht es Peking, unter dem Deckmantel des Schutzes nationaler Interessen ausländische Unternehmen und Technologien ins Visier zu nehmen.
Zusätzlich zur Untersuchung hat Peking auch strengere Exportkontrollen für unbemannte Luftfahrzeuge und damit verbundene Technologien eingeführt. Dieser Schritt trifft direkt die Lieferketten und kann erhebliche Konsequenzen für amerikanische Unternehmen haben, die auf chinesische Komponenten angewiesen sind.
Sanktionen und Aussetzung der Zusammenarbeit
Das Maßnahmenpaket umfasst auch konkrete finanzielle Sanktionen. China hat restriktive Maßnahmen gegen sieben amerikanische Rechtssubjekte verhängt, obwohl ihre Namen nicht im Detail genannt wurden. Darüber hinaus hat Peking die Zusammenarbeit mit den USA bei der Inspektion von Produkten für den chinesischen Markt ausgesetzt, was zusätzliche Handelsbarrieren und logistische Probleme schaffen könnte.
Diese Entwicklung stellt eine erhebliche Eskalation im Vergleich zu früheren Handelsstreitigkeiten dar. Die Nutzung eines breiten Spektrums rechtlicher Instrumente, von Sicherheitsuntersuchungen bis hin zu Zoll- und Exportkontrollen, zeigt, dass Peking ein ausgeklügeltes System zur Bewältigung von Handelskonflikten aufgebaut hat, das weit über die bloße Einführung reziproker Zölle hinausgeht.
Diplomatischer Hintergrund und Gipfel im September
Die jüngsten Spannungen ereignen sich im Schatten intensiver Diplomatie. Zur Erinnerung: Präsident Trump und Präsident Xi trafen sich zuletzt am 15. Mai 2026 in Peking, wo sie sich nach einem Besuch im Zhongnanhai-Garten die Hände schüttelten. Nun wird erwartet, dass Xi den Besuch erwidert und im September in die USA reist.
Der Zeitpunkt der Veröffentlichung der chinesischen Gegenmaßnahmen, nur wenige Wochen vor einem möglichen Gipfel, deutet auf eine Strategie des maximalen Drucks am Verhandlungstisch hin. Peking möchte offensichtlich aus einer Position der Stärke in die Gespräche gehen und zeigen, dass es über ebenso mächtige Werkzeuge zur Verursachung wirtschaftlicher Schäden verfügt wie Washington.
Obwohl es keine direkten Auswirkungen auf Kroatien gibt, wird sich die Eskalation des Handelskriegs zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt unweigerlich auf die globalen Lieferketten und die wirtschaftliche Stabilität der Europäischen Union auswirken, von der die kroatische Wirtschaft stark abhängig ist.