Während die Welt auf Elon Musk und seinen Neuralink schaut, entwickelt China rasant seine eigene, weniger invasive Version von Gehirnimplantaten. Chinesische Start-ups und Forscher wetteifern darum, Gehirn-Computer-Schnittstellen (BCI) zu schaffen, die in nur wenigen Minuten implantiert werden können, ohne klassische Gehirnoperation.
Im Gegensatz zu herkömmlichen BCI-Geräten, die eine Kraniotomie erfordern, ermöglichen chinesische Geräte den Patienten, digitale Technologie mit der Kraft ihrer Gedanken zu steuern, und werden über eine Vene eingeführt, ähnlich wie ein Stent. Diese Technologie wird vom Shanghaier Start-up StairMed Technology angeführt.
Weg durch die Blutgefäße statt chirurgischem Schnitt
Der Mitbegründer des Unternehmens, Zhao Zhengtuo, erklärte auf dem Global Health Summit in Hongkong am 9. August 2026, dass StairMed "einen minimalinvasiveren Weg der Gerätezufuhr entwickelt, der durch die Blutgefäße im Nacken eintritt und durch das Gefäßsystem direkt ins Gehirn führt". Dieser Ansatz reduziert das Risiko und die Erholungszeit der Patienten drastisch.
Der Chirurg Duan Wanru vom Xuanwu-Krankenhaus bestätigt die Effektivität der Methode: "Ein Chirurg mit vier oder fünf Jahren Erfahrung kann das Gerät in nur 10 Minuten positionieren."
Massive Investitionen und ehrgeizige Pläne
StairMed Technology hat im vergangenen Jahr mehr als 1,1 Milliarden Yuan (163 Millionen US-Dollar) für seine Forschung gesammelt. Zu den Investoren gehören auch die chinesischen Technologiegiganten Tencent Holdings und Alibaba Group Holding.
Im Dezember 2025 stellte das Unternehmen in Zusammenarbeit mit einem Forschungsteam der Chinesischen Akademie der Wissenschaften ein Programm zur Einführung von BCI-Geräten über eine Blutvene in den Zielbereich des Gehirns vor. Bisher wurde die Technik an Schafen getestet; Tests am Menschen stehen noch aus.
Globales Rennen um Milliarden
Laut einem Bericht der Investmentbank Morgan Stanley wird der Markt für BCI-Implantate in den USA bis 2035 80 Milliarden US-Dollar erreichen. Peking hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 "zwei oder drei" globale Akteure in diesem Sektor zu entwickeln und positioniert sich damit als direkter Konkurrent von Elon Musks Neuralink.