Zypern könnte bereits im März 2028 Gas nach Europa liefern
Energieminister Majkl Damianos kündigte einen ehrgeizigen Plan an, der den östlichen Mittelmeerraum zu einem wichtigen alternativen Energieversorger für den Kontinent machen soll.
Energieminister Majkl Damianos kündigte einen ehrgeizigen Plan an, der den östlichen Mittelmeerraum zu einem wichtigen alternativen Energieversorger für den Kontinent machen soll.
Erdgas aus Zypern könnte bereits im März 2028 bei europäischen Verbrauchern ankommen, erklärte der zyprische Energieminister Majkl Damianos. Diese Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Europäische Union intensiv nach neuen Energiequellen sucht, um ihre Abhängigkeit von traditionellen Lieferanten angesichts des Krieges in der Ukraine und der Instabilität im Nahen Osten zu verringern.
Damianos betonte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP die Bedeutung dieses Projekts für die Energiesicherheit des Kontinents. "Aufgrund des Krieges in der Ukraine und der Lage im Nahen Osten ist es für Europa derzeit wichtig, dass Zypern zu einer alternativen Gasquelle wird", sagte der Minister.
Der Plan basiert auf der Erschließung des Gasfeldes Kronos im zyprischen Teil des Mittelmeers. Die französische Firma TotalEnergies und der italienische Konzern Eni, Partner des Projekts, haben letzten Monat (im Juli 2026) die endgültige Entscheidung zur Fortsetzung der Entwicklung getroffen. Die Bauarbeiten für die Unterwasserpipeline vom Feld Kronos zur bestehenden Infrastruktur des riesigen ägyptischen Gasfeldes Zohr, das 105 Kilometer entfernt liegt, sollen später in diesem Jahr beginnen und bis zu 18 Monate dauern.
Nachdem das Gas in Ägypten angekommen ist, wird es zu Verarbeitungsanlagen an der Nordküste des Landes transportiert. Dort wird es verflüssigt (LNG) und anschließend per Schiff auf den europäischen Markt gebracht. Der Bau der Pipeline zum ägyptischen Feld Zohr ist für Ende 2026 geplant. Diese Route wurde als wirtschaftlichste Option gewählt, da sie in der Nähe der bestehenden Infrastruktur liegt.
Die Vereinbarung sieht vor, dass die gesamte Gasmenge aus dem Feld Kronos nach Europa geleitet wird. Allerdings enthält der Vertrag auch eine Bestimmung, wonach etwa ein Fünftel (20%) der Gesamtmenge zur Deckung eines Teils des einheimischen Energiebedarfs Ägyptens verwendet wird.
Neben dem Gasprojekt arbeitet Zypern gleichzeitig an der Verbindung seines Stromnetzes mit dem europäischen Netz und Israel. Dieser Schritt würde die Energieverbindung der Region mit Europa weiter stärken und die Position des östlichen Mittelmeerraums als zunehmend bedeutende alternative Energiequelle festigen.