An den nördlichen Hängen des Kalnik-Gebirges, verborgen unter Erdschichten und Vegetation, liegt eine prähistorische Festung, die mit ihren Ausmaßen sogar einige der bekanntesten kroatischen mittelalterlichen Burgen übertrifft. Die Fundstätte Gradina Slanje, Stari Gradec befindet sich in der Gespanschaft Varaždin, zwischen Vinogradi Ludbreški und Slanje, umfasst etwa 12,5 Hektar und ist von großen Erdwällen umgeben, die an einigen Stellen sogar 14 Meter Höhe erreichen.
Der Leiter der Forschungen, Dr. Saša Kovačević vom Institut für Archäologie, der die Arbeiten in Slanje, Martijanec und Jalžabet leitet, beschrieb die ersten Eindrücke vom Gelände. "Als wir zum ersten Mal hierherkamen, konnten selbst unsere Archäologenkollegen nicht glauben, dass es sich um eine Fundstätte dieser Größenordnung handelt", sagte Kovačević gegenüber Večernji list.
Fast so groß wie die Festung von Knin
Um die Monumentalität der Entdeckung zu veranschaulichen, liefert Kovačević konkrete Vergleiche. Die Fläche der Wallburg ist fast so groß wie die der Festung von Knin, während Grebengrad, eine der größten mittelalterlichen Burgen Nordwestkroatiens, nur etwa einen halben Hektar einnimmt. "Schon diese Daten sagen genug über die Monumentalität dieser Fundstätte aus", betont er.
In unmittelbarer Nähe der Wallburg gibt es auch einen Friedhof mit Grabhügeln aus der frühen Eisenzeit, der für Archäologen derzeit ein großes Rätsel darstellt. Slanje ist keine isolierte Fundstätte, sondern Teil eines größeren kulturellen Gebiets, das auch die sehr bedeutenden Fundstätten in Jalžabet und Martijanec umfasst.
Grab eines mächtigen Herrschers aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.
Jalžabet, 15 Kilometer südöstlich von Varaždin gelegen, ist eine der wichtigsten Landschaften der älteren Eisenzeit in Kroatien. Der dortige Grabhügel Gomila, 65 Meter breit und acht Meter hoch, ist ein Grabmomument des östlichen Kreises der Hallstattkultur aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Archäologische Forschungen begannen dort bereits in den 1960er Jahren und wurden ab 2016 intensiviert.
Gefunden wurden verzierte Pfeilspitzen aus Knochen und Geweih, Reste eines Schuppenpanzers aus Eisen und Bronze östlichen Typs, Schmuck aus Bernstein sowie Keramik- und Bronzegefäße. Die an diesem Ort gefundenen Gegenstände weisen auf den Einfluss, die Macht und den Reichtum der herrschenden Klasse der osthallstättischen Kultur hin. Der Herrscher von Jalžabet war der letzte in einer Reihe, die in diesem Gebiet residierten, woraufhin der Zusammenbruch ihrer Gesellschaft und das Verschwinden der Zivilisation folgte.
Plünderung löste Schutzgrabungen aus
Im Herbst 2017 wurde der Grabhügel Gomila geplündert und schwer beschädigt, was Schutzgrabungen auslöste, die vom Kulturministerium finanziert wurden. Laut Kovačević bestätigen die monumentale Grabarchitektur und die komplexen Bestattungsrituale, dass Gomila eines der wichtigsten prähistorischen Denkmäler dieser Art ist, die in jüngster Zeit in Europa untersucht wurden.
Zahlreiche Luxusgegenstände aus Bronze, Eisen, Knochen und Holz wurden in unterschiedlichem Maße deformiert oder vollständig zerstört, aber ein Teil der Funde war keinem Feuer ausgesetzt, was auf komplexe Rituale hindeutet, die dort durchgeführt wurden.
Martijanec: Grabhügel mit 80 Metern Durchmesser
Neben Slanje und Jalžabet wird auch ein Grabhügel zwei Kilometer südlich von Donji Martijanec untersucht. Es handelt sich um einen Grabhügel aus der frühen Eisenzeit, etwa 80 Meter breit und ungefähr 15 Meter hoch, der zwischen dem 8. und 5. Jahrhundert v. Chr. entstand.
Dr. Kovačević leitet seit fast zehn Jahren systematische archäologische Forschungen in der Gespanschaft Varaždin. Nachdem sie 2016 in Jalžabet am Grab des Herrschers der osthallstättischen Kultur begannen, wurden sie in Martijanec und dann in Slanje fortgesetzt.
Pläne für Schutz und öffentliche Präsentation
Aus der Gespanschaft Varaždin wird betont, dass Slanje, Martijanec und Jalžabet zusammen eine archäologische Landschaft bilden, wie sie in Bezug auf die Konzentration monumentaler Fundstätten selten anzutreffen ist, und dass ihre Erforschung, ihr Schutz und ihre Präsentation eine neue Dimension der kulturellen und touristischen Entwicklung eröffnen.
"Unsere Arbeit endet nicht mit der archäologischen Forschung selbst. Von Anfang an denken wir über den Schutz der Fundstätte, ihre Erhaltung und ihre zukünftige Präsentation für die Öffentlichkeit nach, damit ihr Wert langfristig erhalten und den Menschen nähergebracht wird", schließt Kovačević.
Im weiteren Verlauf der Forschung ist es das Ziel, die Bauzeit der Wallburg Gradina, ihre Nutzungsweise und die Identität der Menschen, die sie verwalteten, zu bestimmen. Über die Geschichte dieser Region gibt es noch viele offene Fragen, auf die die Archäologie erst Antworten finden muss.