Konaković lehnt Sonderwahlkreis für Kroaten ab
Der Außenminister Bosnien-Herzegowinas kritisierte auch die Resolution des kroatischen Parlaments und erklärte, es werde weder eine dritte Entität noch neue Wahlkreise geben.
Der Außenminister Bosnien-Herzegowinas kritisierte auch die Resolution des kroatischen Parlaments und erklärte, es werde weder eine dritte Entität noch neue Wahlkreise geben.
Elmedin Konaković, Außenminister von Bosnien und Herzegowina, hat erneut die Idee eines separaten Wahlkreises für die Wahl des kroatischen Mitglieds des Staatspräsidiums von BiH abgelehnt. In einem Interview mit dem Fernsehsender N1 sagte er, dass wie üblich vor den Wahlen unrealistische Geschichten über politische Projekte intensiviert würden, für die es keine echte Unterstützung gebe.
"Es gibt keine dritte Entität, keine neuen Wahlkreise", betonte Konaković und wiederholte seine frühere These, dass die Bosniaken in BiH diejenigen seien, "die leiden". Die Frage der Wahl des Mitglieds des Staatspräsidiums aus den Reihen der Kroaten bezeichnete er als legitim, stellte jedoch fest, dass "es ansonsten zu viel zugunsten der Kroaten gibt".
Konaković kritisierte auch die Resolution des kroatischen Parlaments vom Juli zur Stärkung der politischen Position der Kroaten in BiH und nannte sie eine grobe Einmischung in die inneren Angelegenheiten von BiH. "Die Resolution des kroatischen Parlaments greift in die Souveränität von BiH ein, ungeachtet des Rechts Kroatiens, sich um die Kroaten in BiH zu kümmern", sagte er.
Er betonte, dass man in den Verhandlungen in Neum 2022, unter Vermittlung der USA und der EU, einer Lösung nahe gewesen sei, die dem amerikanischen Wahlmännersystem ähnelt, und bedauerte, dass damals keine endgültige Einigung erzielt wurde.
Konaković glaubt, dass es nach den für den 4. Oktober angesetzten Wahlen möglich sein wird, eine Regierung ohne den Bund der Unabhängigen Sozialdemokraten (SNSD) von Milorad Dodik, aber auch ohne die HDZ BiH zu bilden, falls dies notwendig sein sollte. Wenn die HDZ BiH auf der Einbeziehung von Dodiks Partei in die Regierung besteht, müsse alles unternommen werden, damit weder die einen noch die anderen Teil davon seien, erklärte er.
Er bewertete das Szenario, in dem die neue Regierung aus den drei größten nationalen Parteien, HDZ, SNSD und SDA, bestehen würde, als sehr riskant. Er lobte die kroatischen Behörden für ihre großzügige Unterstützung von BiH auf dem Weg zur EU und äußerte die Hoffnung, dass die gute Zusammenarbeit der beiden Länder im gemeinsamen Interesse fortgesetzt werde.