Der Tierschutzverein Prijatelji životinja hat am Montag, dem 10. August 2026, eine Forderung nach einem gesetzlichen Verbot der Nutzung von Pferden für touristische Kutschenfahrten eingereicht. Anlass war ein Video, das sich in den sozialen Medien verbreitete und zwei Pferde zeigt, die beim Ziehen einer Kutsche auf glattem Steinboden in Sinj stürzten, unmittelbar vor dem Finale der Sinjska alka.
Verantwortung kann nicht auf das Tier abgewälzt werden
Auf dem verstörenden Video ist zu sehen, wie die Pferde versuchen, sich aufzurichten, während umstehende Menschen sie unter anderem am Schwanz ziehen. Der Verein verurteilt dieses Vorgehen scharf und betont, dass es inakzeptabel sei, den Vorfall damit zu rechtfertigen, dass das Pferd "ausgerutscht" sei.
"Die Öffentlichkeit ist zu Recht entsetzt über das Video, denn die Verantwortung kann nicht auf das Pferd abgewälzt werden, nur weil es ‚ausgerutscht' ist. Es ist beschämend, dass eine solche Behandlung von Pferden als Touristenattraktion präsentiert wird, anstatt sich zu fragen, wie es überhaupt möglich ist, dass jemand angeordnet hat, die Tiere auf einem solchen Untergrund und bei solcher Hitze einzusetzen", erklärte Snježana Klopotan Kačavenda, Projektkoordinatorin von Prijatelji životinja.
Gefahr für Tiere und Menschen
Der Verein warnt, dass die Kombination aus glattem Steinboden, hohen Temperaturen, körperlicher Anstrengung beim Ziehen, Lärm und Gedränge eine unerträgliche Belastung für die Pferde darstellt. Neben dem Leiden der Tiere betonen sie auch das ernste Sicherheitsrisiko für Menschen. Der Sturz eines mehrere hundert Kilogramm schweren Tieres oder eine plötzliche Reaktion eines erschrockenen Pferdes könnten leicht zu Verletzungen von Passanten und Kutscheninsassen führen.
Europa schafft Kutschenfahrten ab, Málaga als Vorbild
Der Verein ist der Ansicht, dass Tradition und touristische Werbung keine Rechtfertigung dafür sein dürfen, Tiere unnötigem Stress und Anstrengung auszusetzen. Als positives Beispiel nennen sie europäische Städte, die diese Praxis bereits eingeschränkt oder vollständig abgeschafft haben. Besonders hervorzuheben ist das spanische Málaga, das im Oktober 2025 die letzten 25 Lizenzen für touristische Pferdekutschenfahrten abgeschafft hat.
"Wenn das Wohl der Tiere hinter Spektakel, Tourismus oder Bräuchen zurücksteht, dann ist es an der Zeit, die Tradition zu ändern", so Prijatelji životinja.
Die Forderung des Vereins kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Sinj aufgrund der Alka, einem der wichtigsten kroatischen Traditionsveranstaltungen, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Dieser Vorfall wirft die Frage nach der Grenze zwischen der Bewahrung von Bräuchen und dem verantwortungsvollen Umgang mit den daran beteiligten Tieren auf.