Die ehemalige Regierungschefin Jadranka Kosor reagierte scharf auf den Skandal um illegale Abfallentsorgung in der Lika und forderte Präsident Zoran Milanović auf, seine verfassungsmäßigen Befugnisse zu nutzen und eine dringende Regierungssitzung oder eine außerordentliche Sitzung des Parlaments zu verlangen. Ihre Botschaft erfolgte, nachdem USKOK den Befund und die Ergänzung des Umweltgutachtens für den Industriekomplex in der Bilajska ulica 50 in Gospić veröffentlicht hatte.
"Übrigens kann der Präsident der Republik Kroatien auch eine Sitzung der kroatischen Regierung verlangen und daran teilnehmen, wenn er ein Thema von nationaler Bedeutung feststellt. Er kann auch eine außerordentliche Sitzung des Parlaments fordern. Es ist an der Zeit, dies zu tun und die überbezahlten Minister und Abgeordneten zur Rechenschaft zu ziehen. Die vergiftete Lika schreit nach Hilfe", so Kosor, wie Nacionalno Plus berichtet.
Grenzwerte zehnfach überschritten
Laut dem grundlegenden Gutachten befinden sich an dem umstrittenen Standort in der Lika etwa 37.000 Tonnen gemischten technogenen Abfalls. Es wurden Spuren der Verarbeitung von Elektro- und Elektronikgeräten, medizinischem Abfall, Kunststoffen sowie Bau- und Mineralstoffen gefunden. In repräsentativen Tests wurde das gefährliche Merkmal HP14, Ökotoxizität, festgestellt, und in einem Fall wurde der Grenzwert etwa zehnfach überschritten.
Diese Informationen erhöhen den Druck auf die zuständigen Institutionen, das Problem der Entsorgung und Sanierung dringend zu lösen. Der Fall ist nicht mehr nur ein lokales Problem von Gospić und der Lika, sondern ein Thema von ernsthaftem öffentlichem und nationalem Interesse.
Milanović forderte bereits früher eine sofortige Sanierung
Auch Präsident Zoran Milanović hatte bereits früher auf das Problem hingewiesen und die Regierung zu sofortigem Handeln aufgefordert. "Die illegale, ja kriminelle Entsorgung gefährlicher Abfälle in der Lika, in der Umgebung von Gospić, muss sofort saniert werden. Die kroatische Regierung kann sich nicht länger mit Verfahren und öffentlichen Ausschreibungen herausreden, wie sie es derzeit tut, denn die Gesundheit der Menschen ist zweifellos gefährdet und es droht eine dauerhafte Verschmutzung des Gebiets", so Milanović.
Die zuständigen Institutionen stehen nun vor einer viel größeren Aufgabe, zu beweisen, dass die Sorge um die menschliche Gesundheit und die Natur keine Frage politischer Spiele, Verfahren und Verantwortungsvermeidung ist, sondern eine unaufschiebbare Pflicht des Staates.