Die spanische La Liga führt ab der neuen Saison eine Reihe strengerer Regeln gegen absichtliche Zeitverschwendung ein. Das Technische Schiedsrichterkomitee des spanischen Fußballverbands bestätigte die neuen Regeln am 13. August 2026, mit dem Hauptziel, das Spiel deutlich dynamischer zu gestalten und eine längere effektive Spielzeit zu gewährleisten.
Die Verantwortlichen der spanischen Schiedsrichter wollen den immer häufigeren Behinderungen endgültig ein Ende setzen, und ein Teil der Änderungen ist eine direkte Folge der Erfahrungen bei der Weltmeisterschaft. Eine Quelle aus dem Technischen Schiedsrichterkomitee sagte der spanischen Zeitung Marca: "Wir alle hoffen, dass bei der Anwendung der neuen Regeln der gesunde Menschenverstand siegt."
Strafen für Zeitverzögerung bei Auswechslungen
Die größte Neuerung betrifft strenge Maßnahmen gegen Spieler, die bei einer Auswechslung absichtlich mit dem Verlassen des Spielfelds zögern. Wenn ein Spieler während einer Auswechslung länger als zehn Sekunden braucht, um das Feld zu verlassen, darf sein Nachfolger nicht sofort ins Spiel kommen. Stattdessen muss die Auswechslung auf die erste nächste Spielunterbrechung warten, und zwar erst nach mindestens einer Minute effektiver Spielzeit.
Spieler, die Verletzungen vortäuschen, werden ebenfalls mit ähnlichen Konsequenzen konfrontiert. Laut Goal.com müssen sie das Spielfeld verlassen und erst nach einer Minute nach der Unterbrechung zurückkehren, unabhängig davon, ob das Spiel in der Zwischenzeit erneut gestoppt wurde.
Torhüter unter besonderer Beobachtung
Besonders interessant ist die Regel, die Torhüter betrifft, die Verletzungen vortäuschen, um das Spieltempo zu verlangsamen. Wenn der Schiedsrichter feststellt, dass es sich um absichtliche und unnötige Zeitverzögerung handelt, startet er einen Zehn-Sekunden-Countdown, während dessen der Trainer einen Spieler vom Feld nehmen muss. Tut der Trainer dies nicht innerhalb der vorgegebenen Zeit, muss der Kapitän der Mannschaft automatisch das Spielfeld verlassen.
Aus der Schiedsrichterorganisation wird die Hoffnung geäußert, dass bei der Anwendung dieser Regeln der gesunde Menschenverstand siegt und die Zuschauer endlich schnelleren und dynamischeren Fußball sehen. Der Schiedsrichter kann den 10-Sekunden-Countdown starten, sobald er Anzeichen für absichtliche Zeitverschwendung bemerkt, und dann die im neuen Regelwerk vorgesehenen Strafen und Verfahren anwenden.
Keine rote Karte für das Bedecken des Mundes
Andererseits haben die spanischen Schiedsrichter bei der sogenannten 'Lex Vinicius' die Bremse gezogen. Obwohl die IFAB den nationalen Ligen die Möglichkeit überlassen hat, Spieler zu bestrafen, die während Gesprächen mit Gegnern oder Schiedsrichtern den Mund mit der Hand bedecken, wird La Liga diese Regel nicht anwenden.
Offizielle des Technischen Schiedsrichterkomitees erklärten ihre Entscheidung: "Für uns wird das Bedecken des Mundes keine rote Karte sein. Wir wissen nicht, was der Spieler seinem Gegner gesagt hat, und wir glauben, dass ein Platzverweis ungerecht und übertrieben wäre." Das Komitee ist der Ansicht, dass eine rote Karte für eine solche Aktion eine ungerechte und übertriebene Strafe wäre, da der Schiedsrichter in diesem Moment nicht sicher wissen kann, was der Spieler gesagt hat.