Während die meisten Studierenden die Sommermonate im Urlaub verbringen, verbringt die 25-jährige Laura Kevrić aus Šibenik ihre Tage in der Werkstatt. Als Studentin im ersten Jahr des Masterstudiums Elektronik und Computertechnik an der Fakultät für Elektrotechnik, Maschinenbau und Schiffbau (FESB) in Split und Mitglied des FESB Racing Teams widmet sie sich in den letzten Wochen dem Löten und Testen elektronischer Platinen, die das 'Gehirn' des studentischen Rennwagens bilden.
Ihre Arbeit wird bald auf die größte Probe gestellt. Vom 17. bis 23. August 2026 findet auf dem Bugatti-Rimac-Gelände in Mičevec bei Velika Gorica der internationale Ingenieurswettbewerb Formula Student Alpe Adria statt. Die diesjährige Ausgabe ist laut Slobodna Dalmacija die bisher größte, mit einer Rekordzahl von 90 Teams aus 24 Ländern, die an den Start gehen.
Von der Theorie zum echten Rennwagen
Wie sie selbst betont, hat Laura gerade die Elektronik wegen der Möglichkeit, etwas von Grund auf zu schaffen, angezogen. "Durch das Studium hat mich die Elektronik immer mehr fasziniert, weil mich die Möglichkeit begeistert, aus einzelnen Komponenten ein System zu schaffen, das wirklich funktioniert. Ähnlich ist es auch beim Rennwagen. Jedes Teil hat seine Rolle, und erst zusammen ergeben sie ein Ganzes", sagte Laura gegenüber Slobodna Dalmacija.
Vom FESB Racing hörte sie zum ersten Mal während der studentischen Rekrutierung, und die ausgestellten Rennwagen an der Fakultät weckten zusätzlich ihr Interesse an dem Projekt. Sie schloss sich dem Team an, um das in den Vorlesungen erworbene Wissen in der Praxis anzuwenden. "Ich wollte das Wissen, das wir an der Universität lernen, auf etwas Konkretes anwenden, und nicht alles nur Theorie bleiben lassen. Formula Student bietet die Möglichkeit zu sehen, wie andere Ingenieurdisziplinen denken und arbeiten, und an der Entwicklung eines Autos von der ersten Idee bis zum Start auf der Rennstrecke teilzunehmen", erklärte sie.
Präzision, die keine Fehler duldet
Im Team ist Laura für eines der wichtigsten elektronischen Systeme verantwortlich. Sie arbeitet am Löten, Design und Testen elektronischer Platinen, einschließlich der BMS-Master-Platine, die für die Überwachung und Steuerung des Batteriesystems des Elektro-Rennwagens entscheidend ist. Da selbst der kleinste Fehler stundenlange Zusatzarbeit verursachen kann, erfordert diese Rolle äußerste Genauigkeit, weshalb die letzten Wochen vor dem Wettbewerb sehr schnell vergehen.
Doch genau dieser Druck, so sagt sie, offenbart die Stärke des Teams. "Teil des FESB Racing zu sein, bedeutet viel mehr als nur am Rennwagen zu arbeiten. Ich habe gelernt, mit Menschen verschiedener Fachrichtungen zusammenzuarbeiten, mit Fristen und Druck umzugehen, aber auch zu sehen, wie ein Detail, an dem man wochenlang arbeitet, schließlich Teil von etwas viel Größerem wird. Formula Student bringt viel Stress mit sich, aber auch den Moment, in dem all die Mühe einen Sinn bekommt, wenn der Rennwagen, den wir gemeinsam gebaut haben, endlich auf die Strecke geht. Genau das motiviert uns, jedes Jahr noch besser zu werden", betonte sie.
Bühne für zukünftige Ingenieure
Die Formula Student Alpe Adria gilt als einer der wichtigsten studentischen Ingenieurswettbewerbe in Europa. Die Teams durchlaufen dabei den gesamten Fahrzeugentwicklungsprozess, von Konstruktion und Kostenoptimierung bis hin zu Leistungstests, Geschäftspräsentationen und technischen Bewertungen. Das Besucherprogramm findet vom 20. bis 23. August 2026 statt, und das Publikum hat dann die Gelegenheit, dynamische Disziplinen auf der Strecke, die Premiere autonomer Rennwagen, den Alumni Cup sowie zahlreiche Begleitangebote von Partnern und Sponsoren zu sehen.