Seit acht Tagen liegt in der Nähe von Biograd na Moru in hohem Gras der Kadaver einer verendeten Kuh und verwesst. Neben ihrem Körper kreist die ganze Zeit ein kleines Kalb, was ein erschütterndes und besorgniserregendes Bild ergibt, auf das die zuständigen Behörden trotz zahlreicher Anrufe nicht reagiert haben.
Qual der Tiere und Verzweiflung des Feldbesitzers
Über den gesamten Fall sprach Dragan Vukoja aus Pakoštane für RTL Danas, der Besitzer des Feldes, neben dem die Kuh verendet ist. Er erzählte, wie die Kuh und das Kalb, die ohne jede Aufsicht und ohne Wasser zurückgelassen wurden, vor fast einem Monat bei seinen Kulturen auftauchten. Obwohl ihm die Kuh Schaden an seinem Gemüse zugefügt hat, betrachtet er das als das kleinere Problem.
"Die Kuh hat das Gemüse ringsum gefressen, sie hat mir Schaden an Mangold, Petersilie und Karotten zugefügt. Das ist das kleinere Problem", sagte Vukoja. Ein viel größeres Problem entstand, als das Tier verendete. "Es kam zu der Situation, dass es kein Wasser gab, die Temperaturen sind hoch. Es musste auf etwas Grünem Wasser finden. Es ist unter Qualen gestorben", beschrieb er die Momente vor dem Tod.
Gang durch die Institutionen ohne Ergebnis
Vukoja rief am 11. Juli 2026 zuerst die Polizei. Sie kamen vor Ort und stellten den Schaden fest, sagten ihm jedoch, dass eine umherstreifende Kuh nicht in ihre Zuständigkeit falle und verwiesen ihn an das Kommunalordnungsamt der Stadt Biograd na Moru. Zwei Tage später wandte er sich an das Ordnungsamt, wo man ihm erklärte, dass sie das Tier nicht versorgen könnten, sondern dass dies die Veterinäraufsicht tue, und verwies ihn, den Fall der Inspektion in Zadar zu melden.
"Das habe ich am nächsten Tag getan, aber seitdem hat sich niemand von der Inspektion bei mir gemeldet", erzählte der sichtlich frustrierte Vukoja. Er fügt hinzu, dass er sich frage, ob die zuständigen Institutionen überhaupt ihre Arbeit machen. In der Zwischenzeit kontaktierte er auch Tierschutzvereine, wurde aber auch von ihnen enttäuscht. "Für sie ist das kein Tier. Sie haben Katzen, Pudel, Meerschweinchen. Sie bekommen Geld von der Gespanschaft und vom Staat, und sie kümmern sich nicht um ein kleines Kalb. Wozu dienen sie?", fragt er sich.
"Schwere Schande für ganz Kroatien"
Nachdem die Kuh verendet war, rief Vukoja weiterhin alle Dienste an, auch die Nummer 112, doch niemand reagierte. Er selbst gab dem überlebenden Kalb Wasser, das bei unerträglicher Hitze neben dem Kadaver weilte. "Ich habe 112 angerufen, alle Dienste. Niemand reagiert. Ich gebe dem Kalb zu trinken, wenn ich nicht wäre, wäre es auch gestorben. Das ist eine Tragödie des kroatischen Staates. Das wird eine schöne Werbung für Kroatien sein, dass ein Kadaver acht Tage liegt und niemand ihn abholt", sagte er.
Er kritisierte auch die lokalen Behörden scharf für ihre völlige Untätigkeit. "Sie reagieren nicht, sie hätten die Feuerwehr rufen können, den Kommunaldienst, um das zumindest vorübergehend zu beheben. Nichts, nichts, es ist ihnen egal", sagt Vukoja. Er betonte, dass die stellvertretende Bürgermeisterin von Biograd zwei Leute geschickt habe, um das Kalb einzufangen, aber sie schafften es auch nach zwei Tagen nicht. Die gesamte Situation fasste er mit den Worten zusammen: "Niemanden kümmert es, schwere Schande!"
Drohungen des Besitzers und Interesse der BBC
Vukoja behauptet, zu wissen, wem die Tiere gehören, und dass ihm dieser Mann sogar gedroht habe. Als er ihn kontaktierte, sagte ihm der Besitzer, dass das nicht seine Zuständigkeit sei und fragte ihn, warum er ihn belaste. Wegen des unangenehmen Geruchs und der Angst vor Ansteckung können andere Besitzer der umliegenden Felder derzeit ihr Land nicht bewirtschaften. Die Nachricht von den vernachlässigten Tieren und der Trägheit der Institutionen hallte so stark wider, dass auch die BBC Vukoja um eine Stellungnahme anrief.
Glückliches Ende nach Medienberichterstattung
Die Geschichte bekam schließlich am Samstag, dem 9. August 2026, ein glückliches Ende, und zwar nachdem der HRT darüber berichtet hatte. Nach Informationen des HRT-Journalisten Ante Kolanović wurde das Kalb gerettet und nach Pakoštane gebracht. Dort wurde es, nach inoffiziellen Informationen, von Anwohnern zur tierärztlichen Untersuchung gebracht, womit die tagelange Qual dieses Tieres beendet wurde.