Der Vorsitzende des Verbands der Serben aus der Region, Miodrag Linta, hat am Freitag, dem 7. August 2026, die Staatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen in Belgrad aufgefordert, eine Untersuchung einzuleiten. Anlass sind die Angaben des Offiziers der kroatischen Armee Tihomir Mandarić über die Massentötung von 500 serbischen Zivilisten im Gebiet von Banija während der Militäroperation "Oluja" (Sturm).
Linta erinnerte in einer Mitteilung daran, dass Mandarić öffentlich behauptet hatte, dass Angehörige der 2. Brigade "Gromovi" (Donner) am 6. August 1995 ein Verbrechen am Ort Janusove livade (Janus-Wiesen) in der Nähe von Donji Žirovac, direkt an der Straße Glina - Dvor, begangen hätten.
Zeugenaussage über das Abfangen einer Zivilistenkolonne
Nach Mandarićs Aussage fingen das 1. und 3. Bataillon der 2. Brigade der kroatischen Armee "Gromovi" eine große Gruppe von etwa 500 serbischen Zivilisten ab. Die Kolonne bewegte sich vom Weiler Janusi über die Janus-Wiesen hinunter zur Hauptstraße, die nach Bosnien führen sollte.
Details über die Tat selbst und die genaue Zahl der Opfer sind offiziell nicht bestätigt, und die kroatischen Institutionen haben bisher keine Ergebnisse einer Untersuchung zu diesen Angaben veröffentlicht.
Jahrelange Forderungen nach einer Untersuchung
Linta wies auch auf die Bemühungen des verstorbenen Svetozar Livada, des Vorsitzenden der Gemeinschaft der Serben in Kroatien, Universitätsprofessor und Wissenschaftler, hin. Livada hatte in den Jahren 2001 bis 2006 mehrfach erfolglos von der kroatischen Regierung die Einleitung einer Untersuchung über die Liquidierung von 500 Serben während der "Oluja" gefordert. Er betrachtete dies als das größte Verbrechen, das an einem einzigen Tag während des Bürgerkriegs in Kroatien geschah.
Als Argument nutzte Livada einen Text, der 2001 in der Zagreber Wochenzeitung des Serbischen Demokratischen Forums "Identitet" (Identität) veröffentlicht wurde. In diesem Text belegten die Journalisten Boris Pavić und Ivan Klobučar die These des Verbrechens, wobei sie sich ausdrücklich auf die Zeugenaussage des Offiziers der kroatischen Armee Tihomir Mandarić beriefen.
Aufruf zum Handeln
Der jüngste Aufruf zur Untersuchung erfolgt mehr als drei Jahrzehnte nach dem Ereignis selbst. Derzeit gibt es keine Informationen darüber, ob die Staatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen in Belgrad Lintas Antrag annehmen und ein formelles Verfahren einleiten wird.