Die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Kroatien wird weiterhin stark durch den menschlichen Faktor beeinflusst, d. h. durch Versäumnisse bei der Umsetzung von Biosicherheitsmaßnahmen in Schweinehaltungsbetrieben, betonte Vizepremier und Landwirtschaftsminister David Vlajčić. Laut einem Bericht von Narodno.hr richtete der Minister diese Botschaft nach einer Sitzung des Krisenstabs am 29. Juli 2026 in der Gespanschaft Virovitica-Podravina.
Das Landwirtschaftsministerium schätzt die epidemiologische Lage weiterhin als ernst ein. Das Virus verbreitet sich nach bisherigen Erfahrungen meist nicht zufällig, sondern durch das Einschleppen der Infektion über Menschen, Fahrzeuge und Geräte, die Kontakt mit einem infizierten Gebiet hatten und nicht ausreichend desinfiziert wurden.
Verstärkte Kontrollen und Abschuss in den Hotspots
Als Reaktion auf die anhaltende Ausbreitung der Krankheit wird die Veterinärinspektion die Überwachung aller Schweinehaltungsbetriebe in den gefährdeten Gebieten verstärken. Gleichzeitig werden Einsatzteams von Jägern mit Unterstützung der Polizei den Abschuss von Wildschweinen intensivieren. Ziel ist es, die Population dieser Tiere zu reduzieren, die ein natürliches Reservoir des Virus darstellen.
Die Bürger werden aufgefordert, ungewöhnliches Verhalten oder eine erhöhte Präsenz von Wildschweinen zu melden. Minister Vlajčić warnte, dass bei erhöhtem Infektionsrisiko Freizeitbewegungen in Waldgebieten vermieden werden sollten, da das Virus auch über Schuhe und Kleidung übertragen werden kann.
Blaudiesel und Schutz heimischer Produzenten
Mit Blick auf den Anstieg des Preises für Blaudiesel erklärte Vlajčić, dass für dieses Jahr eine Menge von 231 Millionen Litern dieses Kraftstoffs für Landwirte und Fischer gesichert sei. Er appellierte an die Nutzer, keine unnötigen Vorräte anzulegen, um Engpässe an einzelnen Tankstellen zu vermeiden.
Der Minister kommentierte auch die Lage der heimischen Gemüseproduzenten und betonte, dass diese durch Importe nicht benachteiligt werden dürften. Obwohl das Ministerium keine Abnahmepreise festlegt, kündigte er an, dass es gemeinsam mit der Staatlichen Inspektion und der Agentur für Wettbewerbsschutz bei festgestellten Unregelmäßigkeiten auf dem Markt reagieren werde, wie Narodno.hr berichtet.