Drei neue Fahnenmasten mit kroatischen Flaggen wurden in diesen Tagen an der Gedenkstätte in Dalj aufgestellt, finanziert von der Gespanschaft Osijek-Baranja und umgesetzt durch die Mitarbeiter der Gemeinde Erdut. Die Kroatische Gesellschaft ehemaliger Lagerinsassen serbischer Konzentrationslager der Gespanschaft Osijek-Baranja (HDLSKL OBŽ) lässt nicht nach in ihrem Bestreben, die Orte des Leidens aus dem Kroatienkrieg in würdige Räume dauerhaften Gedenkens zu verwandeln. In diesem Sommer gewinnen die Arbeiten neuen Schwung, und einen entscheidenden Beitrag leistet das Wissen, das die Vereinsmitglieder durch ein besonderes europäisches Programm erworben haben.
Grundtvig-Wissen auch heute noch im Einsatz
Bereits seit 2012 war die HDLSKL OBŽ Teil des europäischen Programms Grundtvig, Bildungspartnerschaft, das der Erwachsenenbildung im Rahmen des Programms für lebenslanges Lernen diente. Dort erwarben die Vereinsmitglieder Grundkenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der Gartenkultur. Mehr als ein Jahrzehnt später wenden sie dieses Wissen direkt bei der Pflege und Verschönerung der Gedenkstätten an.
Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftlichen Fakultät und Studierenden der Gartenkultur realisiert, das Programm wurde von Professorin Alka Turajlija geleitet. Der Vereinsvorsitzende Damir Buljević betont, dass gerade diese Kombination aus erworbenem Wissen, eigener Arbeit der Mitglieder und Mitteln der Europäischen Union es ermöglicht hat, dass die Gedenkstätte in Nemetin ihr heutiges Aussehen erhalten hat.
Fahnenmasten und Vorbereitung des Geländes
In Dalj hatten die ehemaligen Lagerinsassen bereits 2009 eine Gedenkstätte errichtet und enthüllt, in Erinnerung an die kroatischen Verteidiger und Zivilisten, die von 1991 bis 1993 in serbischen Konzentrationslagern inhaftiert waren. Nun hat dieser Ort zusätzliche Symbolik und visuelle Kraft erhalten: drei Fahnenmasten mit kroatischen Flaggen, beschafft mit Mitteln der Gespanschaft Osijek-Baranja.
Auf Bitte des Vereins führte die Gemeinde Erdut die notwendigen Bauarbeiten für deren Aufstellung durch. Diese Zusammenarbeit zwischen lokaler Selbstverwaltung und dem Verein ehemaliger Lagerinsassen zeigt, wie durch gemeinsame Anstrengungen effektiv für Orte gesorgt werden kann, die von einer schweren, aber auch siegreichen kroatischen Geschichte zeugen.
Zweite Phase: Pflanzen, Weg und Würde
Damir Buljević kündigt an, dass Ende des Sommers die zweite Phase der Gestaltung der Gedenkstätte in Dalj fortgesetzt wird. Geplant sind die gärtnerische Gestaltung des gesamten Geländes, die Pflanzung neuer Zierpflanzen sowie der Bau eines neuen Betonfußwegs. Das Ziel ist klar: einen würdevollen und harmonischen Raum zu schaffen, der dauerhaft die Erinnerung an alle bewahrt, die die Schrecken der serbischen Konzentrationslager durchlitten haben.
Dieses Projekt ist nicht nur eine infrastrukturelle Maßnahme. Es ist ein Beweis für das Engagement derer, die die Lager überlebt haben, mit ihren eigenen Händen und erworbenem Wissen ein dauerhaftes Denkmal für Wahrheit und Erinnerung zu errichten.