Die Polizei und die Staatsanwaltschaft suchen intensiv nach der Ursache des Feuers, das das Gebiet von Omiš verwüstet hat, während gleichzeitig das Ausmaß der Schäden bewertet wird. Laut Riportal ist die Stromversorgung im gesamten betroffenen Gebiet noch nicht vollständig wiederhergestellt, und viele Anwohner und Besucher leiden weiterhin unter Angst und Trauma nach der aufwühlenden Nacht.
Anwohner überzeugt, dass das Feuer gelegt wurde
Die Spurensicherung an der Stelle, an der das Feuer in Lokva Rogoznica ausgebrochen war, ist abgeschlossen, und die Ermittler haben die örtliche Bevölkerung gebeten, Aufnahmen von Überwachungskameras zur Verfügung zu stellen. Goran Lović aus Lokva Rogoznica erzählte RTL Danas, dass er der Polizei sofort seine Kameras übergeben habe, obwohl er sie nicht überprüfen konnte, da es weder Strom noch Internet gab. Er fügte hinzu, dass er, der Koch, seine Frau und die Nachbarn befragt worden seien und er hoffe, dass die Ursache gefunden werde.
Für die Erstellung einer dreidimensionalen Karte des verbrannten Geländes, die für das Gutachten dienen soll, werden mit einer Drohne mehr als 500 Fotos aufgenommen. Auch Marijo Lović hat der Polizei Aufnahmen seiner Kameras zur Verfügung gestellt. Obwohl die offizielle Ursache noch nicht festgestellt ist, glauben die Anwohner nicht, dass das Feuer zufällig ausgebrochen ist.
"Schon zweimal hat an derselben Stelle ein Feuer begonnen, und wer auch immer es war, es war Absicht. Unten ist ein Durchgang, wo man sich verstecken kann. Das ist traurig. Von hier aus begann das Feuer, nicht nach oben, sondern dorthin", sagte Marijo Lović.
Auch Goran Lović hält die Umstände nicht für normal. Er behauptete, dass hier kein zufälliges Feuer ausgebrochen sei, da es weder Menschen noch Häuser noch irgendetwas gebe, und nannte es reinen Terrorismus. Die Anwohner warnen, dass der Kiefernwald im Gebiet von Lokva Rogoznica eine extrem schnelle Ausbreitung des Feuers begünstigt. Goran Matajčić, Feuerwehrmann der Freiwilligen Feuerwehr Omiš, sagt, dass Brände in Lokva leider Teil der Tradition seien, sodass man bei der Erwähnung von Omiš immer an Lokva Rogoznica denke.
Touristen flohen durch das Feuer
Die Dramatik der Situation wird eindrucksvoll durch Aufnahmen einer ungarischen Familie veranschaulicht, die versuchte, mit dem Auto aus Lokva Rogoznica zu entkommen. Das Paar mit einem dreijährigen Kind und der Großmutter war erst an diesem Tag dort angekommen, doch bald befanden sie sich in einer Kolonne, während das Feuer immer näher kam. Auf der Aufnahme ist panisches Rufen zu hören: "Nein, nein, wir können hier nicht durch. Nein, nein, nein, nein! Sie werden in uns hineinrasen."
Als das Feuer näher kam, wurde die Situation immer gefährlicher. Die Familienmitglieder sagten, dass überall um sie herum Feuer sei, dass es noch Rauch gebe, dass vielleicht sogar die Straße brenne und dass sie die Hitze nicht mehr aushalten könnten. Ein Teil ihres Autos begann zu brennen, und das Glas zerbarst vor großer Hitze. Sie kehrten nach Stanići zurück, flohen zum Meer und verbrachten dort etwa eine Stunde, bevor Hilfe mit einem Schnellboot eintraf.
Quellen zufolge spielte der lokale Held Slavko eine Schlüsselrolle bei der Rettung der Ungarn, der mit seinem Schnellboot eintraf. Seine Frau sagte ihm vor dem Auslaufen: "Wenn du verbrennst, verbrenne ich mit dir."
'Wir hätten alle umkommen können'
Auch Ante Brnadić aus Lokva Rogoznica versuchte, auf demselben Weg zu fliehen, ein Lungenkranker, für den die Flucht durch den Rauch besonders schwer war. Unter Tränen erzählte er, dass es kritisch gewesen sei und dass ein Junge ihm und seiner Schwester das Leben gerettet habe, und er hoffe, sich revanchieren zu können. Sein Haus versuchten sein Bruder und sein Neffe zu retten, die aus Imotski gekommen waren. Brnadić beschrieb, wie sie mit einem Glas Wasser löschten, weil das Wasser ausgegangen war, außer dem, was noch im System war.
Im Gebiet von Omiš sind etwa 250 Mitarbeiter von HEP und Freiwillige im Einsatz, und der Strom ist noch nicht allen Kunden zurückgegeben. Ante Vuković, Leiter der HEP-Gruppe Imotski, schätzt, dass es noch ein oder zwei Tage dauern wird, bis alle Arbeiten ordnungsgemäß abgeschlossen sind. Ivan Pivčević, stellvertretender Bürgermeister von Omiš, erklärte, dass die derzeitige Priorität die Wiederherstellung der Infrastruktur sei, während der Abtransport von Sperrmüll bereits am nächsten Tag beginnen sollte.
Forderung nach besserem Schutz für die Zukunft
Nach allem warnen die Anwohner, dass Hydranten allein nicht ausreichen, wenn die bestehende Infrastruktur nicht den erforderlichen Wasserdruck gewährleisten kann. Marijo Lović beschrieb, wie die Menschen schrien und nach Hydranten verlangten, aber die Infrastruktur nicht mit diesen Hydranten Schritt halte und der Wasserdruck fiel, als alle das Wasser aufdrehten. Obwohl das volle Ausmaß der Schäden erst noch festgestellt werden muss, betonen die Bewohner der betroffenen Region, dass es entscheidend sei, alle Maßnahmen zu ergreifen, damit sich ein ähnliches Unglück nie wieder ereignet.