Auf ein greifbares Problem in Maksimir wies die UEFA-Regel hin, wonach jeder Klub für internationale Wettbewerbe mindestens acht Spieler melden muss, die zwischen ihrem 15. und 21. Lebensjahr innerhalb des nationalen Verbands gespielt haben. Von diesen acht mussten mindestens vier drei Jahre im Heimatverein verbracht haben. Aufgrund dieser Vorschrift konnte Dinamo auf der A-Liste für das Duell in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League gegen den litauischen Klub Žalgiris nicht die maximalen 25 Fußballer, sondern nur 23 nominieren.
Nur zwei erfüllen die Kriterien
Die UEFA-Kriterien erfüllen bei Dinamo derzeit nur Goda und Valinčić, die einen Teil ihrer Jugendzeit in Maksimir verbracht haben. Die Sanktion ist klar: Für jeden Spieler weniger aus dieser Kategorie darf der Klub einen weniger auf der A-Liste nominieren. Dies ist ein seltener Präzedenzfall für einen Verein, dessen Jugendakademie jahrzehntelang ein Synonym für erstklassige Talentförderung war.
Bobans "Säuberung" und der Abgang der Stars
Die Probleme eskalierten, nachdem Zvonimir Boban die Kabine gründlich "gesäubert" hatte. Für viel Geld gingen Baturina und Sučić, und eine Reihe neuer Spieler wurde verpflichtet. Obwohl einige die Erwartungen erfüllt haben, ist der offensichtliche Nachteil, dass bei diesem Prozess der Mannschaftserneuerung die eigene Jugendabteilung vernachlässigt wurde. Dinamo hat jahrelang gut von Transfers und UEFA-Prämien gelebt, und alle lukrativen Transfers wurden gerade durch den Verkauf eigener Spieler erzielt.
Mikić: "Ohne eigene Spieler verliert Dinamo seine Identität"
Der ehemalige Dinamo-Spieler Mihael Mikić hat kürzlich in der Sportske novosti auf den Kern des Problems gezeigt. "Dinamo muss jedes Jahr zwei bis drei Spieler aus seiner Jugendabteilung einführen und fördern, er muss hinter ihnen stehen. Denn ohne eigene Spieler in der ersten Mannschaft verliert Dinamo seine Identität, die über Jahre aufgebaut wurde, es geht Ansehen und 'Marke' in Europa verloren", ist sich Mikić sicher.
Er besteht darauf, dass jede Verstärkung "deutlich besser sein muss als der Junge, den man in der eigenen Jugend hat", und nicht nur der Ordnung halber geholt wird. Man hatte erwartet, dass Mikić, Jakirović und Pavić die neuen Juwelen von Maksimir sein würden, doch das ist nicht geschehen. Jakirović und Pavić sind nicht mehr im Klub, und Mikić hat die ihm gebotenen Chancen nicht optimal genutzt. Nach seiner Rückkehr von der Leihe bei Zrinjski zeigt Topić, dass man ernsthaft mit ihm rechnen kann, während Zebić in der B-Mannschaft spielt.
Zajecs Botschaft aus Amsterdam
Bereits Ende 1998, nach dem historischen 1:0-Sieg gegen Ajax in der Champions League, betonte der damalige Trainer Zajec, heute Ehrenpräsident des Klubs, die Bedeutung des Vertrauens in die eigenen Kräfte. "Dinamo muss immer auf seine 'Jungs' setzen, unsere Jugendakademie ist qualitativ hochwertig und hat eine Reihe echter Spieler hervorgebracht. Ich bin stolz auf unsere jungen Burschen, und das ist eigentlich ein Zeichen dafür, wie Dinamo funktionieren muss, und so funktioniert es auch", sagte Zajec damals, nachdem er die jungen Bišćan, Šimić und Mikić ins kalte Wasser geworfen hatte.
Eine Marke im Wert von Millionen auf dem Prüfstand
In den letzten rund 20 Jahren hat Dinamo aus seiner Jugendabteilung eine wiedererkennbare Marke gemacht. Die bekanntesten Produkte waren Kranjčar, Modrić, Eduardo, Ćorluka, Lovren, Kovačić, Jedvaj, Gvardiol, Franjić, Šutalo, Baturina und Sučić. Dazu kommen Spieler, die sehr jung nach Maksimir kamen und sich dort einen Namen machten: Olić, Mandžukić, Pranjić, Sammir, Vukojević, Vida, Brozović, Olmo, Pjaca, Rog, Ivanušec und Majer.
Die jüngsten Verpflichtungen von Noah Nsoki von PSG, des erwarteten russischen Neuzugangs Kravcov und die Genesung des Spaniers Dani Rodriguez von Barcelona werfen die Frage auf, ob diese Spieler das entgegengebrachte Vertrauen rechtfertigen und "deutlich besser" sein werden als die jungen Hoffnungen aus dem eigenen Nachwuchs. Die "Generation '82", angeführt von Kapitän Zajec, die nach 24 Jahren Durststrecke den Meistertitel holte, bestand größtenteils aus einheimischen Spielern und bleibt eine ewige Erinnerung an die Stärke der eigenen Jugendabteilung.