Enzo Maresca, der neue Trainer von Manchester City, hat bestätigt, dass Erling Haaland nach dem Abgang von Bernardo Silva zu Real Madrid nicht die Kapitänsbinde übernehmen wird. Der Grund liegt nicht im fehlenden Status oder Einfluss des norwegischen Stürmers, sondern in einer spezifischen taktischen Regel, die der italienische Experte bereits in seinen vorherigen Vereinen eingeführt hat.
Der Kapitän muss Anweisungen holen, statt Tore zu feiern
Auf der Pressekonferenz in Seoul während der asiatischen Saisonvorbereitungstournee des Klubs wies Maresca die Idee, dass Haaland Kapitän werden könnte, lächelnd zurück. "Das ist gut", sagte er zu den Journalisten und erklärte dann seine Methode.
"In Leicester und Chelsea habe ich eine Regel eingeführt. Wenn wir ein Tor schießen, muss der Kapitän zur Bank kommen, um Anweisungen zu erhalten, statt mit den anderen zu feiern. Eine Ausnahme gibt es, wenn der Kapitän selbst das Tor erzielt, dann darf er feiern. Wenn Erling Kapitän ist, haben wir ein Problem. Können Sie sich das vorstellen?", erklärte Maresca.
Taktische Anpassung in wenigen Minuten
Der Trainer von City ist der Meinung, dass auch kurze Unterbrechungen wertvoll für Korrekturen im Spiel sind. "Ich denke, auch wenn die Unterbrechung nur zwei oder drei Minuten dauert, gibt es immer etwas, das auf dem Spielfeld angepasst werden kann", fügte er hinzu. Da Haaland, der seit 2022 beim Klub ist, mit Abstand der beste Torschütze der Mannschaft ist, würde seine Ernennung zum Kapitän bedeuten, dass er nach fast jedem Tor zur Bank laufen müsste, anstatt mit seinen Teamkollegen zu feiern.
Die Binde wartet auf Rodris Rückkehr
Maresca verriet auch die aktuelle Situation mit den Kapitänsoptionen in der Kabine. "Im Moment haben wir drei oder vier Kapitäne, und einer fehlt uns. Es geht um Rodri, der sich von einer Rückenoperation erholt. In seinem Fall, da er mit Barcelona in Verbindung gebracht wird, bleibt abzuwarten, was passieren wird", schloss er.
Guardiolas Vision war anders
Die Entscheidung des neuen Trainers steht im Gegensatz zu den Gedanken seines Vorgängers Pep Guardiola. Dieser sprach bereits im Juni 2025, bevor er die Kapitänsbinde an Bernardo Silva übergab, über Haalands Führungspotenzial. "Erling Haaland ist sehr jung, aber er muss anfangen zu lernen, was es bedeutet, Kapitän zu sein, denn ich hoffe, dass er hier viele Jahre bleiben wird. Die Rolle des Kapitäns ist manchmal komplex, aber im Grunde auch sehr einfach. Man muss immer die Mannschaft, seine Teamkollegen und den Verein an erste Stelle setzen. Man muss sich immer fragen, was das Beste für das Team ist", erklärte Guardiola damals.
Es scheint, dass der norwegische Torjäger trotzdem noch warten muss, um diese Rolle in seiner Karriere zu übernehmen.