Der stellvertretende Bürgermeister von Varaždin und Parlamentsabgeordnete Miroslav Marković hat schwerwiegende Vorwürfe bezüglich der Abfallbehandlung in Varaždin erhoben. In einer Stellungnahme gegenüber N1 Zagreb behauptete Marković, dass auf der Deponie in Varaždin aufbereiteter medizinischer Abfall aus Italien und Slowenien entsorgt wurde, und berief sich dabei auf konkrete Protokolle und Daten, die er, wie er sagt, als Bürger beschafft hat.
Staatliche Inspektion weigert sich, den Bericht zu veröffentlichen
Marković betonte, dass die Staatliche Inspektion sich weigert, den offiziellen Bericht über den betreffenden Standort zu veröffentlichen. "Leider haben wir in Varaždin eine lange Geschichte der Abfallentsorgung, die sich über mehr als zwei Jahrzehnte erstreckt. Der Grund dafür ist das ungeordnete System, ein katastrophales Abfallmanagementsystem in ganz Kroatien", sagte Marković gegenüber N1 Zagreb. Nach seinen Angaben wurden auf der Deponie mindestens 1.500 Tonnen Abfall über den zulässigen Mengen registriert, wovon sogar 700 Tonnen Gefahrgut waren.
Unregelmäßigkeiten bereits 2021 festgestellt
Der Parlamentsabgeordnete betont, dass identische Unregelmäßigkeiten an demselben Standort bereits im Jahr 2021 festgestellt wurden, jedoch damals keine konkreten Maßnahmen ergriffen wurden und es keine Konsequenzen gab. Die Stadt Varaždin wird in den laufenden Ermittlungen der kroatischen Staatsanwaltschaft als einer von drei Schlüsselstandorten für die Abfallentsorgung neben Gospić erwähnt.
Fall Gospić: 37.000 Tonnen Gefahrgut
Parallel zum Fall Varaždin läuft in Gospić eine umfangreiche Untersuchung zur illegalen Abfallentsorgung auf dem Gelände des ehemaligen Industriekomplexes PPK Velebit. Nach Angaben der Ermittler wurde der Abfall dort seit 2021 illegal angeliefert, und das Unternehmen Tipos Resurs erhielt ein Jahr später, 2022, eine Kreiserlaubnis für die Bewirtschaftung von nicht gefährlichem Abfall.
USKOK vermutet, dass Abfälle aus dem Ausland und aus Kroatien fälschlicherweise als recycelbares Material deklariert und anschließend illegal vergraben oder auf offenen Flächen gelassen wurden. Im Februar 2025 wurden 13 Personen festgenommen, und die Ermittlungen wurden gegen insgesamt zehn natürliche Personen und vier juristische Personen eingeleitet. Analysen bestätigten erhöhte Konzentrationen von Schwermetallen im Boden, während in den Grundwasserleitern unterhalb des Standorts PFAS-Verbindungen, auch bekannt als "ewige Chemikalien", entdeckt wurden.