In Lopatinec, in der Vladimira-Nazora-Straße, befinden sich auf dem Gelände des ehemaligen Piramida-Werks weiterhin etwa 200 Tonnen Abfall. Es handelt sich um Material, das die Firma Solektra d.o.o. vor etwa einem Jahr beim Kauf der Immobilie vorgefunden hat; Analysen haben nun einen erhöhten Chlorgehalt ergeben.
Geerbtes Problem: Kunststoff, Gummi und Chlor
Der Abfall wird laut Klassifizierung unter dem Schlüsselcode 19 12 04 geführt, was Kunststoff und Gummi bezeichnet. Er besteht überwiegend aus gemahlener Isolierung von Elektrokabeln. Obwohl er laut Klassifizierung kein gefährlicher Abfall ist, haben Laboranalysen einen erhöhten Chlorgehalt ergeben. Das bedeutet, dass für seine Entsorgung autorisierte Personen beauftragt werden müssen, die auf die Bewirtschaftung solcher Materialien spezialisiert sind.
Der Direktor von Solektra, Goran Oreški, betonte in einer ausführlichen Antwort an Net.hr, dass das Unternehmen diesen Abfall weder produziert noch abgelagert habe. "Der Abfall wurde auf dem betreffenden Gelände vorgefunden, also in der Halle und auf dem umliegenden Areal, nachdem Solektra in den Besitz der Immobilie gelangt war", erklärte Oreški.
Schrittweise Sanierung und hohe Kosten
Solektra hat unmittelbar nach der Übernahme des Werks mit der Lösung des Problems begonnen. Auf eigene Kosten wurde ein autorisiertes Unternehmen für die Abholung und Entsorgung des Abfalls beauftragt. Bislang wurden etwa 200 Tonnen Material von der Fläche entfernt und ordnungsgemäß entsorgt. Für diese Dienstleistung erhielt das Unternehmen Rechnungen in Höhe von insgesamt 102.838,75 Euro ohne Mehrwertsteuer. Schätzungen zufolge befinden sich noch etwa ebenso viele Abfälle auf dem Gelände.
Aufgrund der außergewöhnlich hohen Kosten wird die Sanierung in Etappen durchgeführt. Der Plan von Solektra sieht vor, den gesamten verbleibenden Abfall bis Ende 2026 zu entfernen und ordnungsgemäß zu entsorgen. Oreški betonte, dass das Unternehmen kontinuierlich Maßnahmen ergreift, um das Verfahren so schnell wie möglich und unter Einhaltung aller Vorschriften durchzuführen.
Angst der Anwohner und der Schatten des Gospić-Skandals
Die Anwohner von Lopatinec beobachten die Situation aufmerksam, und die Besorgnis ist weiter gestiegen, nachdem der Abfallskandal in Gospić eskaliert ist. Eine anonyme Leserin des Portals eMeđimurje hat eine Anfrage an die Redaktion geschickt und darauf hingewiesen, dass sich der Abfall, obwohl durch Pflanzen verdeckt und mit Planen abgedeckt, noch immer an derselben Stelle befindet.
"Angesichts der aktuellen Situation in Lika, wo genau derselbe Abfall vergraben wurde und Natur und Wasser vergiftet hat, frage ich mich, wie lange noch gewartet wird, bis solcher Abfall ordnungsgemäß entsorgt wird. Ich hoffe, dass er nicht in einem međimurischen Feld vergraben aufgefunden wird", schrieb die Leserin.
Keine Hilfe vom Fonds, aber Unterstützung durch den Bürgermeister
Solektra hat sich auch an den Fonds für Umweltschutz und Energieeffizienz gewandt, aber eine Beteiligung des Fonds an der Finanzierung der Sanierung ist bisher nicht erfolgt. Oreški betonte ausdrücklich, dass das Unternehmen nicht beabsichtigt, den Abfall an ungeeignete Standorte zu verlagern oder zu vergraben, sondern dass das gesamte Material autorisierten Personen übergeben wird.
Der Bürgermeister der Gemeinde Sveti Juraj na Bregu, Anđelko Nagrajsalović, bestätigte, dass bei Piramida nichts Anstößiges geschieht. "Sie arbeiten, reinigen, tauschen die Fenster, beginnen mit Bauarbeiten... Was diesen Abfall betrifft, der ebenfalls aus Italien stammt, ist er schwer zu entsorgen. Die Deponien im Land nehmen fast keinen Abfall mehr an, es ist schwer, auch nur ein Kilogramm abzugeben, niemand hat Platz", sagte der Bürgermeister. Er fügte hinzu, dass die alten Säcke in Piramida durch neue ersetzt wurden und das Unternehmen die Arbeit abschließen will.
Über den vorgefundenen Abfall hat Solektra auch das Bezirksgericht in Varaždin informiert, bei dem ein Strafverfahren im Zusammenhang mit diesem Material anhängig ist.